Künstliche Photosynthese Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dorothee Kottmeier   

Nanokapsel aus Würzburg: Tausende kleiner Moleküle bilden eine Kapsel, die mit einer anderen Art von Molekülen gefüllt ist (Bild: Institut für Organische Chemie, Universität Würzburg)

Nanokapsel aus Würzburg: Tausende kleiner Moleküle bilden eine Kapsel, die mit einer anderen Art von Molekülen gefüllt ist.

Bild: Institut für Organische Chemie, Universität Würzburg

An der Universität Würzburg haben Wissenschaftler eine 20 bis 50 Nanometer große Kapsel entwickelt, die den in Pflanzen vorkommenden Vorgang der Photosynthese imitiert. Sie kann die Energie des Sonnenlichts auffangen und in einer Reaktionskette auf weitere Moleküle übertragen. Wozu die Kapsel noch nicht im Stande ist: die Energie wie Pflanzen in Form von Zuckern speichern – ein Schritt, der menschliches und tierisches Leben möglich macht, da uns die Pflanzen als Nahrung dienen. Auch ein weiterer Aspekt der Photosynthese ist essentiell für das Leben auf der Erde: Sie ist dafür verantwortlich, dass das Kohlenstoffdioxid, welches wir beim Atmen produzieren, über Umwege wieder in Sauerstoff umgewandelt wird. Es wäre ein Durchbruch, wenn Photosynthese künstlich betrieben werden könnte. Die Forscher aus Würzburg spekulieren sogar, dass damit das Kohlenstoffdioxidproblem gelöst werden könnte.

Von der Nanokapsel in ihrem heutigen Entwicklungszustand erhofft man sich einen anderen Nutzen: sie soll zu diagnostischen Zwecken verwendet werden. Innerhalb der Kapsel befinden sich Bispyrenmoleküle, welche pH-abhängig Fluoreszenzlicht unterschiedlicher Farben ausstrahlen. Stattet man die Kapseln mit Strukturen aus, die spezifisch Tumorzellen binden, so kann das emittierte Fluoreszenzlicht kranke Zellen sichtbar machen.

Siehe auch: Nanopartikel – kleine Krankmacher?

 

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