Schöne neue Welt: Fleisch aus dem Glas Drucken E-Mail
Geschrieben von: Julia Escher   

Forscher wollen Fleisch künftig im Reagenzglas züchten. Laut Jason Matheny von der Organisation „New Harvest“ wird das Fleisch aus dem Glas in circa zehn bis 15 Jahren auf dem Markt sein. Durch die tierfreie Zucht könne der Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 90 Prozent, der Verbrauch von Land und Wasser um bis zu 95 Prozent gesenkt werden, so Matheny. Das Fleisch sei außerdem frei von Hormonen und Antibiotika. Unnatürlicher als die aktuelle Fleischproduktion sei diese Heranzüchtung auch nicht: „Wenn zehntausend Tiere in einem Verschlag aus Metall gehalten und mit Wachstumshormonen vollgestopft werden, hat dies nichts mehr mit Natur zu tun.“

Einen anderen Vorschlag macht der amerikanische Philosoph Adam Shriver in der Fachzeitschrift „Neuroethics“: Man könnte Tiere züchten, die keinen Schmerz empfinden, und ihnen so unnötiges Leid ersparen. Herwig Grimm, diplomierter Landwirt, Philosoph und Forscher an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, gibt zu bedenken, dass die Bauern dann nicht mehr erkennen könnten, wann es einem Tier schlecht gehe. Außerdem würde dadurch, so Grimm, nicht die Art der Haltung an die Tiere angepasst, sondern diese würden im Sinne der menschlichen Nutzung weiter instrumentalisiert.

 

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