Antibiotikasüchtige Tuberkulose-Bakterien Drucken E-Mail
Geschrieben von: Maren Emmerich   

Manche Tuberkulose-Erreger brauchen das Antibiotikum Rifampicin, das normalerweise zur Therapie der Infektionskrankheit dient, regelrecht für ihr Wachstum. Ausgangspunkt für die Entdeckung der Forscher um Ying Zhang aus Baltimore war ein 35-jähriger an Tuberkulose erkrankter Chinese. Diesem ging es im Laufe der Behandlung mit Rifampicin immer schlechter. Erst als er ein Mittel ohne den Wirkstoff bekam, verbesserte sich sein Zustand. Daraufhin isolierten die Wissenschaftler die Erreger des Patienten und wollten sie in der Kulturschale zum Wachsen bringen. Dies gelang ihnen erst, als sie die Bakterien mit Rifampicin fütterten.

Die Entwicklung dieser resistenten Tuberkelbazillen ist äußerst besorgniserregend, da Tuberkulose, historisch betrachtet eine der drei häufigsten Todesursachen der Menschheit, ohnehin sehr schlecht und nur durch eine monatelange Kombinationstherapie behandelbar ist. Aktuell ist etwa ein Drittel der Weltbevölkerung mit dem Bakterium infiziert, bei zehn Prozent bricht die Krankheit aus.

 

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