Lebensbausteine aus der Urwolke Drucken E-Mail
Geschrieben von: Karl Urban   
Das Forscherteam: Stefanie Milam, Michel Nuevo und Scott Sandford mit ihrem Experiment. Bild: Dominic Hart/NASA NASA-Forscher haben lebensnotwendige Biomoleküle unter weltraumähnlichen Bedingungen hergestellt. Damit lieferte das US-amerikanische Team ein neues Argument in der Debatte, ob die organischen Bestandteile des Lebens auf der Erde entstanden oder ob sie aus dem All hierher gelangt sind. Über ihr Ergebnis berichtet die Gruppe um Michel Nuevo vom Ames Research Center in San Jose in der aktuellen Ausgabe des Journals „Astrobiology“. Als Ausgangssubstanz verwendeten sie eine Mischung aus Pyrimidin und Wassereis. Das Molekül Pyrimidin stellt die Grundstruktur vieler Bausteine des Lebens dar. In einer tiefgekühlten Vakuumkammer wurden die Proben dann UV-Strahlung ausgesetzt. Als Produkt entdeckten die Forscher Uracil, ein noch komplexeres Biomolekül, das sich durch die Strahlungseinwirkung gebildet hatte. Uracil ist eine Nukleinbase und gehört zu den Grundbausteinen der DNA. Es ist somit denkbar, dass sich Lebensbestandteile bereits in der Urwolke, dem Embryo-Stadium des Sonnensystems, bildeten. Die dichte Staubwolke ließ kaum UV-Strahlung durch. Darin wären die frühen Lebensbausteine nach ihrer Entstehung in Sonnennähe also geschützt gewesen. Entstanden aus der Staubwolke schließlich Asteroiden, Kometen und Planeten – bestückt mit den Grundbausteinen des Lebens? Ganz abwegig ist das nicht. So fand man bereits auf einem 1969 niedergegangenen Meteoriten komplexe Biomoleküle, darunter auch Uracil.
 

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