Mysterium um Placebo-Wirkung weiter erhellt Drucken
Geschrieben von: Maximilian Liesner   

Die Psychologie scheint biologische Vorgänge tatsächlich steuern zu können. Zu diesem Schluss kam jetzt ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf mit Hilfe eines Experiments. Die Forscher lokalisierten den Beginn der Wirkung eines Placebos bereits im Rückenmark. Bekannt ist bereits, dass die Schmerzlinderung bei einer Behandlung mit Placebos auf die Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn zurückzuführen ist. Doch die Hamburger fanden nun die Ursache für dieses Phänomen, indem sie die Aktivität der Nerven im Rückenmark von Probanden untersuchten. Dazu rieben sie deren Arme mit einer nur angeblich betäubenden Salbe ein, um sie danach mit schmerzhafter Hitze zu konfrontierten. Allein dadurch, dass die Versuchspersonen die Wirksamkeit der Salbe erwarteten, verringerten sich die neuronalen Tätigkeiten in ihrem Rückenmark – und folglich auch die Schmerzempfindungen im Gehirn.