Algen als Energiequelle Drucken
Geschrieben von: Dorothee Kottmeier   
Algen in Abwasser könnten die Energiequelle der Zukunft darstellen (Bild: Schrollum, CC-BY-SA)

Algen in Abwasser könnten die Energiequelle der Zukunft darstellen.

(Bild: Schrollum, CC-BY-NC-SA)

Vier junge Studenten der Jacobs-Universität Bremen zeigten in ihrem sozial-unternehmerischen Projekt „Alga-Energie“, dass in Bioreaktoren, gefüllt mit Algen und Abwasser, an sonnenreichen Standorten 400.000 Tonnen CO2 auf einer Fläche von 10 Quadratmetern gebunden werden können. Die entstandene Menge Algen wäre ausreichend groß, um daraus etwa 116.000 Tonnen Bio-Treibstoff zu gewinnen.

Das Alga-Energie-Team zog aus seiner Studie den Schluss, dass insbesondere Entwicklungsländer in Äquatornähe an ihren Küsten Algenzucht betreiben könnten, um aus dem Verkauf ein zusätzliches Einkommen zu erhalten, das gleichzeitig einen ökologischen Nutzen hätte. Für diese Idee gewann das Team den dritten Platz des Studentenwettbewerbs impACT3 der Vodafone-Stiftung. Die Gruppe hatte sieben Wochen Zeit und nur 16 Euro Startkapital zur Verfügung, um ihr Konzept umzusetzen und zu überprüfen. Dazu bauten die vier Studenten am Ocean Lab Bremen Bioreaktoren aus gasdurchlässigen Membranen, die sie mit Meerwasser, Algen und Nährstoffen füllten und dem Sonnenlicht aussetzten. Anhand der entstandenen Biomasse konnten sie ihre Berechnungen zur CO2-Fixierung und Kraftstoffgewinnung aufstellen.

Das prämierte Verfahren kombiniert drei nützliche Effekte: Algen reinigen das Abwasser, gleichzeitig fixieren sie CO2 und stellen mit Hilfe des Sonnenlichts und im Abfall enthaltenen Nährstoffen ölhaltige Speicherstoffe her, die nach dem Abernten der Algen zur Produktion von Biokraftstoffen genutzt werden können. Solch ein Ablauf hätte auch enorme wirtschaftliche Vorteile für Abwasserreinigungsunternehmen in Deutschland, da Klärschlamm bisher teuer entsorgt werden muss. Neben der Einsparung dieser Kosten würden weniger CO2-Steuern anfallen und aus dem Verkauf der Biokraftstoffe hätten die Klärwerke zusätzliche Einkünfte.

Weitere Informationen: impACT3