Bakterien bestätigen Darwin Drucken
Geschrieben von: Nicole Posth   

Seit 1988 leitet Richard Lenski an der Michigan State University, USA ein einzigartiges Langzeit- Experiment, bei dem die Evolutionstheorie auf dem Prüfstand steht. Er verwendet dafür Kulturen von Darmbakterien der Art E. coli. Jeden Tag werden 0,1 Milliliter E. coli-Bakterien aus zwölf Kulturen in ein neues Nährmedium gesetzt, so dass sie weiter überleben und wachsen können. Die Darmbakterien sind nach 21 Jahren in der 40.000sten Generation.

Durch regelmäßige Untersuchungen ist es den Wissenschaftlern mittlerweile gelungen, die Evolutionstheorien von Charles Darwin teilweise zu bestätigen. Die Veränderungs- oder Mutationsrate blieb konstant bis in die 20.000ste Generation, und die Veränderungen hatten positive Einflüsse auf die Zellen, diese wuchsen zum Beispiel schneller.

Dennoch passierte nach der 26.000sten Generation etwas Überraschendes: Die Mutationsrate stieg rasant an, und die Veränderung scheint die Zellen weder positiv noch negativ zu beeinflussen. Vermutlich steckt eine Mutation im DNA-Stoffwechsel dahinter. Das Erbgut ist seitdem jedenfalls 1,2 Prozent kürzer als das Ursprungserbgut.

Die Studie wird mit dem Ziel fortgesetzt, gefährliche Mutationen besser verstehen zu können, um diesen wirkungsvoll entgegentreten zu können.