Kein Geld für saubere Luft Drucken
Geschrieben von: Wiebke Harle   

Saubere Luft hat ihren Preis und den muss man zahlen können. Einer aktuellen Studie von Essener und Bochumer Umweltmedizinern und Epidemiologen zur Folge hängt es vom Einkommen der Eltern ab, wie stark Kinder durch Umweltbelastungen gefährdet sind. Je niedriger der soziale Status, desto wahrscheinlicher ist es, dass Kinder einer hohen Luftverschmutzung ausgesetzt sind. Als Ausgangspunkt für die Untersuchung diente eine Studie, die in Nordrhein-Westfalen durchgeführt wurde. Sie ergab, dass sich Verunreinigungen der Luft nicht schnell und gleichmäßig in einem Gebiet verteilen, sondern längere Zeit an einem Ort bleiben. Daraus folgt, dass es ungesünder ist, in Stadtteilen in unmittelbarer Nähe zur Industrie zu leben. Um herauszufinden, wie sich die Belastungen auf die dort lebenden Menschen auswirken, wurden medizinische Untersuchungen wie Allergie- und Asthmatests an Vorschulkindern durchgeführt. Die einen kamen aus Stadtteilen, in deren Umgebung Schwerindustrie angesiedelt war, die anderen aus Vierteln ohne Nähe zur Industrie. Die Bilanz: diejenigen, die es sich leisten können, ziehen aus den Gegenden mit hoher Luftverschmutzung weg. Sozial schwächere Familien müssen bleiben und weiterhin ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.