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Nachhaltige Klimasünder

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Unter den erneuerbaren Energien nimmt die Wasserkraft eine sehr wichtige Rolle ein. Unzählige Stauseen produzieren weltweit „grünen“ Strom. Doch auch diese Form der Energiegewinnung ist nicht ganz klimaneutral: Die Flüsse, die die Stauseen speisen, führen zum Teil erhebliche Mengen organischen Kohlenstoffs mit sich. Dieser wird am Seeboden zu Methan zersetzt – ein effektives Treibhausgas, das dann in die Atmosphäre entweicht.

Dass dieser Effekt nicht nur in Stauseen der warmen Tropen eine Rolle spielt, sondern auch in gemäßigteren Breiten, fand nun ein Team des Schweizer Wasserforschungsinstituts Eawag heraus. Sie untersuchten die Methan-Emissionen des Schweizer Wohlensees. Der 3,65 Quadratkilometer große See setzt täglich über 150 Milligramm Methan pro Quadratmeter frei – das entspricht aufs Jahr gerechnet 25 Millionen gefahrenen Autokilometern. Bestätigt sich dieses Ergebnis auch bei anderen Stauseen höherer Breiten, muss diese Methanquelle künftig in den jährlichen Bilanzen bedacht werden.

Martin Mangler