Curiosity fotografiert sich selbst beim Entnehmen einer Pulverprobe des John Klein Rocks in Yellowknife Bay. CC-BY NASA/JPL-Caltech/MSSS

Gestern verkündete das Nasa Mars Science Laboratory die ersten aufschlussreichen Funde ihres derzeit aktivsten Rovers Curiosity: Der fahrende Roboter hat eindeutig eine ehemals lebensfreundliche Gegend auf der Marsoberfläche ausfindig gemacht. Es handelt sich hierbei um einen See am Ende eines früheren Flusssystemes in der Yellowknife Bay nahe dem Gale-Krater. Das Flussbett und der Grund des ehemaligen Sees bestehen aus demselben feinkörnigen Schlammgestein, das geologisch charakteristische Adern und Knoten aufweist, wie sie durch wiederholte Nässeperioden entstehen. Die eigentliche Überraschung bereitete Curiosity den Wissenschaftlern allerdings, als der Rover mit seinen Spezialinstrumenten „Sample Analasys at Mars“ (SAM) und „Chemistry and Mineralogy“ (CheMin) die Zusammensetzung des ehemaligen Flussschlamms mit Röntgendiffraktion und Laserspektroskopie entschlüsselte. Dabei fand Curiosity, dass dieser hauptsächlich aus Tonmineralien besteht, wie sie nur aus Reaktionen des vulkanischen Marsgesteins mit Süßwasser entstehen konnten. Die Umgebung war einstmals feucht und chemisch nicht zu sauer oder zu salzig für Lebewesen.

Der Schlamm zeigte sich außerdem voll von einer erstaunlichen Bandbreite energiereicher Sulfate und Sulfide, die Mikroorganismen als Lebensquelle dienen können. Als sich Curiosity in das Schlammgestein bohrte, legte er unter dem bekannten roten oxidierten Marsgestein ein energiereicheres unoxidiertes graues Material frei. Ein Oxidationsgradient dieser Art wird auf der Erde von vielen Mikroben ebenfalls zur Energiegewinnung genutzt. Es gab also einst einen urzeitlichen grauen Mars, der mit Süßwasserseen und energiereichem Boden dem Leben durchaus förderlich gewesen sein könnte.

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