Symbolfoto: CC BY 2.0 Wen Tong Neo

Cybermobbing gilt als gefährlich und soll in manchen Fällen sogar für den Suizid von Jugendlichen verantwortlich sein. Doch obwohl die Mobber über Facebook & Co tätig werden, sind diese Online-Angebote nicht die eigentliche Ursache. Das legt eine Studie nahe, die von deutschen und Schweizer Wissenschaftlern kürzlich veröffentlicht wurde.

Das Team von der Universität Konstanz und der Pädadgogischen Hochschule Thurgau fand heraus, dass die Online-Möglichkeiten eben nicht zum munteren „Drauflosmobben“ verleiten, sondern dass Offline-Mobber ihr Verhalten in die Online-Welt übertragen: Wer auf dem Schulhof antisoziales Verhalten an den Tag legt, wird im Vergleich zu den Schulkameraden mit vier Mal höherer Wahrscheinlichkeit auch online solche Verhaltensmuster zeigen. „Unsere Ergebnisse und die anderer Studien […] legen nahe, dass Cybermobbing als eine Online-Version anderer antisozialer Verhaltensweisen in der Offline-Welt gesehen werden kann“, schreiben die Forscher in ihrer Schlussfolgerung.

Zu diesem Ergebnis kamen sie, nachdem sie über 800 Jugendliche im Durchschnittsalter von 13 Jahren in Schulen der Kantone Wallis, Thurgau und Tessin mehrmals befragt hatten. Die Schülerinnen und Schüler füllten dabei anonymisiert elektronische Fragebögen aus. Die Autoren der Studie räumen ein, dass dabei trotz der anonymen Erhebung eine Dunkelziffer an nicht berichteten Mobbing-Fällen verblieben sein könnte.

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