Zuviel ist schädlich: Kochsalz trägt Mitschuld an Herz-Kreislauferkrankungen.
Bild: Nemo (CC0 1.0)

Auf einer Fachtagung der American Heart Association in New Orleans haben Forscher um den Epidemiologen Dariush Mozaffarian eine alarmierende Arbeit vorgestellt. Sie berechneten, dass allein im Jahr 2010 weltweit 2,3 Millionen Menschen an den Folgen einer zu hohen Kochsalzzufuhr starben. Dazu werteten sie zunächst 107 randomisierte klinische Studien aus, die den Effekt von erhöhtem Kochsalzkonsum auf den Blutdruck untersuchten. Daraus berechneten sie das Risiko, aufgrund des erhöhten Blutdrucks an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken. Die häufigsten Erkrankungen sind dabei Herzinfarkte (42 Prozent) und Schlaganfälle (41 Prozent).

Von den Kochsalz-assoziierten Todesfällen sind mit 84 Prozent der Toten vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer betroffen, in denen die Salzzufuhr in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen ist. Knapp eine Million der Patienten sterben schon vor dem 69. Lebensjahr. Insgesamt sind mit einem Anteil von 60 Prozent hauptsächlich Männer betroffen, die meist mehr Kochsalz verzehren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine tägliche Natriumzufuhr von maximal 2 Gramm am Tag. (Da Kochsalz aus Natrium und Chlorid besteht, ist die Kochsalzmenge entsprechend höher: gut 5 Gramm sind erlaubt.) Im globalen Mittel beträgt die Natriumzufuhr aber knapp das Doppelte, nämlich 3,95 Gramm pro Tag. Für Kasachstan ergaben die Daten sogar eine Zufuhr von 6,0 Gramm pro Tag. Aus Untersuchungen ergibt sich ein optimaler Natrium-Wert von nur 1 bis 1,5 Gramm am Tag – was 2,5 bis 3,8 Gramm Salz entspricht.

Die gefährliche Überversorgung beginnt dabei meist schon im Kindesalter. Viele Fertigmahlzeiten für Säuglinge und Kleinkinder enthalten zu viel Natrium. Der Autor der Studie Mozaffarian appelliert: „Nationale und globale Gesundheitsprogramme, die den exzessiven Salzkonsum verringern, könnten Millionen Leben retten.“

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