Forscher des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie in Bremen haben ein mathematisches Modell entwickelt, um den Einfluss der zunehmenden Ozeanversauerung auf die Kalkbildung von Korallenpolypen auf Zellebene nachzubilden. „Mit so einem Modell kann man unterschiedliche Szenarien der Ozeanversauerung vorgeben und deren Auswirkungen auf Steinkorallen prüfen“, sagt der Ökologe Sönke Hohn, Forscher am Leibniz-Zentrum. Laboruntersuchungen stoßen bei solch komplexen Prozessen an ihre Grenzen. Das mathematische Modell ermöglicht es, alle relevanten physiologischen Prozesse der Kalzifizierung zu simulieren und zu quantifizieren.

Erste Modellierungen zeigen, dass bei den im Jahre 2100 zu erwartenden CO2-Werten in der Atmosphäre Steinkorallen um 10 Prozent weniger Kalk bilden werden. Im nächsten Schritt soll der Einfluss der Ozeanerwärmung untersucht werden. Ein Rückgang der Riffe würde den Verlust einer wichtigen Lebensgrundlage sowohl für Meerestiere als auch für Menschen bedeuten.

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