Unsere Hände sind auf Nässe spezialisiert. CC-BY Shelly Sim

Dass unsere Hände und Füße im heißen Badewasser nach kurzer Zeit schwammig und faltig werden, wird von den meisten Menschen wohl als unangenehme Auflösungserscheinung empfunden und zum Anlass genommen, die Badewanne bald wieder zu verlassen. Wir sind eben doch keine Wassertiere.

Ganz im Gegenteil, behaupten Kyriacos Kareklas, Daniel Nettle und Tom V. Smulders vom Institut für Neurowissenschaften der Universität Newcastle. Sie sind der Ansicht, dass es sich bei unseren aufgeweichten Händen tatsächlich um Spezialwerkzeuge handelt, die es uns erlauben, nasse Gegenstände geschickter zu handhaben.

Nachdem bekannt geworden war, dass es sich nicht um einen unfreiwilligen osmotischen Effekt handelt, sondern dass die Faltenbildung vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird, fragten Forscher nach deren evolutionärem Vorteil. Ihre Testreihen mit Probanden, die unter Zeitdruck nasse Glasmurmeln bewegen sollten, zeigten klar, dass Probanden mit aufgeweichten Händen, die Aufgaben deutlich schneller erfüllen konnten.

Die Furchen in der Haut könnten als Abfluss für Wasser dienen und die rauere Oberflächenstruktur verleiht mehr Reibung und daher einen sichereren Griff. Wer Fische mit den bloßen Händen fangen will, wie es unsere Urahnen getan haben könnten, erhält dadurch einen überlebenswichtigen Vorteil.

Wenn Sie dies in der Badewanne lesen, dann lehnen Sie sich also ruhig nochmal entspannt zurück und genießen sie Ihre evolutionäre Überlegenheit Ihrem Seifenstück gegenüber.

getagged mit →  
Teilen →