Torfmoos Sphagnum fallax
Foto: Christian Fischer

Kleine Sträucher  und andere Pflanzen, die im Gegensatz zu Moosen Wasserleitgefäße haben, gefährden zunehmend die zentrale Rolle der Moore als Kohlenstoffspeicher.  Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft um Luca Bragazza sowie der ETH Lausanne beschrieben nun erstmals die Gründe hierfür. Hierfür verglichen die Wissenschaftler die Torf-Produktion durch Torfmoose in vier verschiedenen Höhen. Dabei stellten sie fest, dass Moose in niederen, warmen Lagen und bei starker Bepflanzung bis zu 50 Prozent weniger Torf produzieren.

Die Ursache besteht darin, dass die sogenannten Gefäßpflanzen in Konkurrenz zu Torfmoosen stehen, die keine speziellen Organe zur Wasserleitung haben. Erwärmt sich das Klima, so erhöhen die Sträucher die Verfügbarkeit von Stickstoffverbindungen im Boden. Diese Verbindungen nutzen sie selbst wiederum als Dünger. Gleichzeitig fördern die Stickstoffverbindungen die Zersetzung von Torf durch Mikroorganismen.

Torfmoore binden bisher etwa 30 Prozent der organischen Bodensubstanzen. Verschiebt sich das Gleichgewicht weiter zugunsten der Gefäßpflanzen, so hat das weitreichende Folgen für den CO2-Gehalt der Atmosphäre.

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