Prävention beginnt mit einer Analyse der Tatsachen: Nach diesem Motto untersuchte ein Forscherteam der Universität Bern alle tödlichen Familiendramen in der Schweiz im Zeitraum von 1991 bis 2008.  Radoslaw Panczak und Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin fanden dabei zusammen mit Kollegen heraus, dass eine stressige Lebenssituation, ein befristeter Aufenthaltsstatus oder enge Wohnverhältnisse die größten Risikofaktoren für ein familiäres Tötungsdelikt sind. In über 93 Prozent der Fälle waren die Täter männlich, 84 Prozent der Opfer waren weiblich. Besonders viele Täter waren um 45 und um 75 Jahre alt. Geschiedene Männer waren häufiger Täter als verheiratete, Nichtreligiöse häufiger als Katholiken. Keinen Einfluss hatte die Anwesenheit von Kindern, die Sprache, die soziale Herkunft oder eine städtische oder ländliche Umgebung.

In 85 Prozent der Fälle waren Schusswaffen die Tatwaffen. Also könnten „mit einem eingeschränkten Zugang zu Waffen Familiendramen verhindert werden“, folgert Egger.

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