Ab 1300 Metern Tiefe wird das Eis aus dem Bohrkern kristallklar. Foto: Sepp Kipfstuhl, Alfred Wegener Institut Bremerhaven

Über 2500 Meter tief haben sie sich in den Jahren 2008 bis 2012 durch das Grönland-Eis gebohrt – bis auf den Grund. Das internationale Forscherteam des North Greenland Eemian Ice Drilling Project (NEEM) stellt nun überraschende Ergebnisse im Fachblatt Nature vor: In der Eem-Warmzeit (vor 130.000 bis 115.000 Jahren) war es zwar bis zu 8 Grad Celsius wärmer als heute, das Grönland-Eis verlor dadurch aber viel weniger an seiner Mächtigkeit, als bisher angenommen. Dies brachte eine Untersuchung des Bohrkerns aus 2200 bis 2450 Metern Tiefe ans Tageslicht. In dieser Tiefe liegt heute das Eis aus der letzten Warmzeit. Durch Isotopen-Analysen kleiner eingeschlossener Luftbläschen konnten die Forscher die Höhenlage des alten Eises sowie die damalige Temperatur der Luft bestimmen. Bisher galt das Abschmelzen des Grönland-Eises als eine der möglichen Folgen der globalen Erwärmung. Nun vermuten die Forscher, dass für den deutlich höheren Meeresspiegel in der Eem-Warmzeit vor allem das damals geschmolzene arktische Eis verantwortlich war.

Teilen →