Fehden und Blutrache haben in verschiedenen Kulturen Tradition. Wissenschaftler der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass die Entstehung von Fehden vom sozialen Umfeld abhängt und dass Fehden in einer sozialen Gruppe langfristig bestehen bleiben können.

In einem Spiel ließen die Forscher um Manfred Milinski die Probanden in einen gemeinsamen Geldtopf einzahlen. Wer zu wenig in die Gemeinschaftskasse einzahlte, konnte daraufhin von seinen Mitspielern bestraft werden, indem er oder sie in der nächsten Runde weniger Geld erhielt. Eine als ungerecht empfundene Strafe konnte dabei eine Folge von Bestrafungen und damit eine Fehde auslösen. Trotzdem gelang es den Spielern insgesamt, über das Mittel der Bestrafung ein höheres Maß an Kooperation zu erreichen.

Außerhalb des Labors entstehen Fehden vor allem in Gebieten, in denen ein Staat zu schwach ist, um Konflikte erfolgreich zu lösen.

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