Viele fragen sich, was sie da empfinden.
CC-BY Daniela Vladimirova

Ein Internetphänomen hat es ans Licht gebracht: ASMR. Es ist der Name einer zutiefst angenehmen körperlichen Empfindung, derer sich seit wenigen Jahren immer mehr Menschen bewusst werden und um die das Spektrum der menschlichen Gefühle, wie wir es zu kennen glauben, vielleicht erweitert werden muss. Paula Denner erforscht es im Selbstversuch und fragt, wo es herkam.

Seit 13 Minuten sprüht ein Video mir Wasser ins Ohr. Optisch gibt es nicht viel her – der Kopf einer handelsüblichen Sprühflasche, Standbild. Der Sound hingegen: eine brillante Stereo-Aufnahme. Er scheint mal von hinten zu kommen, mal ist er ganz dicht neben meinem linken Ohr. Ich fühle mich stark an einen Friseurbesuch erinnert. Bei geschlossenen Augen ist der Realismus recht verblüffend. Und trotzdem: Ginge hier alles mit rechten Dingen zu, so wäre ich nun schon seit zwölfeinhalb Minuten tödlich gelangweilt oder hätte längst weggeklickt. Das Internet ist nicht gerade arm an Dingen, die interessanter sind als die Geräusche von Haushaltsutensilien.

Und doch schwebt mein Cursor nun über dem Replay-Knopf. Denn da ist dieses Gefühl, dessen Ursprung ich nicht verorten kann. Ein Gefühl tiefen Wohlseins. Die Nervenenden in meiner Kopfhaut prickeln und ich spüre all meine Muskeln bewusst, aber sehr entspannt, so als hätte ich gerade eine belebende Massage hinter mir. Dabei habe ich mich die ganze Zeit kein bisschen bewegt.

Vier Buchstaben im Titel des Videos haben mich und viele andere hergeführt: ASMR. Über 80 000 Zuschauer haben sich schon von der virtuellen Flasche berieseln lassen, und viele sind begeistert. „Das ist mein neues Heroin!“, schreibt ein  Youtube-Nutzer. „Mein Rückgrat fühlt sich wirklich seltsam an“, meint ein anderer. Ähnliche Kommentare von Zuschauern, die erstaunt sind von ihrer unverhältnismäßig begeisterten Gefühlsreaktion auf scheinbar banale visuelle Inhalte und Geräusche, findet man zu Tausenden unter Videos, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zu haben scheinen.

Eine interessante Haptik spielt eine wichtige Rolle. CC-BY xOMelissOx

Handtücher falten, Buchseiten umblättern

Es sind  Youtube-charakteristische Amateurvideos, unaufwendig gedrehte Heimaufnahmen, Videoblogs oder Tutorials – meist einfach nur Menschen, die mit einer Kamera reden. Andere sind noch simpler: Lange Aufnahmen davon, wie jemand kleine Objekte in den Händen dreht und wendet, wie Handtücher gefaltet und Buchseiten umgeblättert werden. Die Bildeinstellungen sind statisch, es wird mehr geflüstert als gesprochen.

Was Sie noch nie wissen wollten. Ein Handtuch-falt-Tutorial:

Aber viele tragen „ASMR“ im Titel, oft in Klammern dem eigentlichen Titel nachgestellt. Es ist die Verheißung auf ein Gefühl, dessen Existenz erst das Internet zu Tage gefördert hat und das viele auch, wie es scheint, hauptsächlich virtuellen Inhalten entgegenbringen können. ASMR steht für „Autonomous Sensory Meridian Response“, zu Deutsch etwa „unabhängige sensorische Klimax-Reaktion“.

Den Begriff geprägt hat die New Yorkerin Jennifer Allen, die auch das erste unabhängige Forscherteam ins Leben gerufen hat, das sich um Aufklärung und Erforschung des Phänomens bemüht. „Es begann damit, dass ich in einem Gesundheitsforum im Internet entdeckte, dass sehr viele Leute nach Erklärungen für eine Empfindung suchten, von der keiner wusste, was sie ist.“, sagt sie in einem Interview mit Studentenfutter. „Mehr und mehr traten der Diskussion bei, und wir brauchten schließlich ein Wort dafür, um die Unterhaltung voranzutreiben. Und so versuchte ich eines zu erfinden, dass die wesentlichen Aspekte der Erfahrung erfasst.“ „Autonomous“ stehe hierbei dafür, dass es seinen Ursprung innerhalb des Individuums hat, „Sensory“, da es sich um eine Sinneserfahrung handelt und „Meridian“ ist eine Anspielung auf den angenehmen bis orgastischen Charakter der Empfindung, weswegen es umgangssprachlich auch manchmal als „head orgasm“ bezeichnet wird.

Ein „angebliches biologisches Phänomen“

Ein anderer bezeichnender Begriff ist AIE oder „Attention induced Euphoria“Aufmerksamkeitsinduzierte Euphorie. Beschrieben wird die Empfindung von vielen als ein angenehmes Kribbeln der Nervenenden, das oft auf Kopfhaut beginnt und sich dann entlang des Rückgrats in alle Körperteile ausbreitet.

Die derzeit offiziellste Definition des ASMR-Gefühls als „angebliches biologisches Phänomen“ findet sich im englischen Wikipedia-Eintrag. Den Artikel gibt es erst seit Dezember 2012, und er ist ein kleiner Meilenstein für die ASMR-Forschung, da ein Eintrag auf Wikipedia im Internet so etwas wie die Mindestanforderung an Existenz erfüllt. Welcher neurologische oder psychologische Mechanismus genau hinter ASMR steckt, weiß hingegen keiner.

Steve Novella, der Direktor der Neurologie an der medizinischen Fakultät der Universität Yale fordert dringend, dass die akademische Forschung sich des Themas annimmt und ihm mit Magnetresonanztomographie und transkranieller Magnetstimulation zu Leibe rückt. Andere wie zum Beispiel Professor Tom Stafford, Psychologe und Kognitionswissenschaftler der Universität Sheffield, sind zögerlicher: „Es könnte sich um etwas Echtes handeln, jedoch ist es auf Grund der Natur der Sache sehr schwer erforschbar“, sagt er und vergleicht es mit Synästhesie, die bis 1990 für einen Mythos gehalten wurde. Erschwert wird der Fortschritt der Forschung auch dadurch, dass nicht jeder ASMR empfindet. Die Menschheit teilt sich in einen ASMR-positiven und einen ASMR-negativen Anteil.

Skurril, aber wirkungsvoll.
CC-BY S G Collins, Postwar Media

Das Internet verzeiht Seltsamkeiten

Experten sind sich also nicht einig, ob ASMR wirklich ist. Aber wirklich heißt letztendlich, dass etwas wirkt, und „ASMR“ ist bisher nur ein Label für dieses Was-auch-immer. „Ich kenne Leute, die Ihre Großeltern gefragt haben, ob sie das Gefühl kennen“, sagt Jennifer Allen. „Doch früher war es noch viel schwieriger, sich über solche Dinge auszutauschen. Man tat es einfach nicht.“ Das Internet hingegen verzeiht, ja ermutigt und feiert gerade diese Seltsamkeiten, und die Hemmungen, „Sagt mal, geht es euch auch so?“ zu fragen, sind bedeutend niedriger. „Heute sind wir so viel offener, diese Dinge zu teilen und wir sind auch unbefangener, wenn es darum geht, unsere Bedürfnisse mitzuteilen“, meint die ASMR-Expertin.

Sind Sie normal? Befragungen können ASMR auslösen:

Dieser Austausch war der Katalysator, der notwendig war, um sich kollektiv über die Existenz des Gefühls klar zu werden. Ab diesem Punkt wuchs die Community explosionsartig und Inhalte, die speziell dazu gemacht sind, es hervorzurufen, nehmen seit ungefähr 2010 exponentiell zu. „Aber selbst heute noch gibt es Menschen, die zögern, darüber zu sprechen. Ich kenne Leute, die der Facebook-Gruppe beitreten wollten, aber dann fürchteten, ihre Familien könnten es missverstehen“, erzählt Allen.

Wer heute als Neuling an das Thema herantritt, der findet eine bunte Landschaft vor, in der Subgenres für spezielle Trigger-Typen und Vorlieben reiche Blüten treiben. Von außen kann dies sehr befremdlich wirken und mit esoterischen Kulten oder sexuellen Fetischen verwechselt werden. Doch ASMR adressiert weder spirituelle noch sexuelle Bedürfnisse, sondern ein ganz anderes menschliches Grundbedürfnis: das nach Entspannung und einem Nicht-abgelenkt-sein, möglicherweise auch das nach zwischenmenschlicher Empathie. Die Begeisterung, die es auszulösen vermag, gibt Aufschluss über die Pathologien des 21. Jahrhunderts und lenkt die Aufmerksamkeit auf einen Entbehrungszustand in Sachen Ruhe und Konzentration, der so drastisch zu sein scheint, dass sogar Langeweile jetzt hoch im Kurs steht.

Die bunte Triggerlandschaft: Klopfen und Kratzen

Ein Indiz: Die mehrere Jahre sehr erfolgreiche „Interesting Conference“ in London musste 2010 abgesagt werden. Stattdessen landete die „Boring Conference“ einen überraschenden Kassenerfolg mit einer ausverkauften, eintägigen Veranstaltung, in deren Mittelpunkt laut Versprechen der Veranstalter garantiert „nichts Interessantes, Lohnenswertes oder Wichtiges“ stehen würde. Themen der diesjährigen dritten „Boring“ sind unteranderem Verkehrspylonen und Toast. Aber auch ASMR-Videos sind Diskussionsthema, denn die gelten als wesensverwandt zu den Prinzipien der zur Kunstform kultivierten Langeweile, wie sie auf der „Boring“ zelebriert wird.

Denn auch Langeweile hat ihre Tugenden. „Es geht um Stille und Geduld“, sagt Veranstalter James Ward, denn dafür stehe gute Langeweile, und beides sei Mangelware in der schrillen, aufdringlichen Welt der modernen Werbung und Medien. ASMR-Videos hingegen sind Paradebeispiele von überdeutlich dargestellter Stille und Geduld. Nicht selbst Geduld zu üben, sondern jemand anderen bei der geduldigen und methodischen Ausübung einer einfachen Tätigkeit zu beobachten, hat hier auf uns als Betrachter oft eine erstaunliche Wirkung. Je mehr der Beobachtete den noch so unwichtigen Details seiner Aufgabe Aufmerksamkeit schenkt, desto wohliger wird uns dabei.

Geduld und Genauigkeit beruhigen uns:


Vertrauen in Autoritäten

Auch Vertrauen ist ein immer wiederkehrendes Motiv vieler ASMR-Szenarien. Wer sichtbar hingebungsvolle Sorgfalt übt, gewinnt unser Vertrauen schnell. Der Gegenstand der Sorgfalt ändert sich, abhängig vom jeweiligen Videotyp. In Tutorials gilt sie dem Verwirklichen eines oft trivialen praktischen Zieles und den dabei verwendeten Materialien und Werkzeugen. In Rollenspielen wird der Zuschauer selbst zum Fokus professioneller Zuwendung eines in seine Tätigkeit vertieften Fachmannes. Beruhigende, Autorität ausstrahlende Persönlichkeiten wie zum Beispiel Ärzte oder Optiker, aber auch warme, fürsorgliche Personen, die um unsere kleinsten körperlichen Befindlichkeiten bemüht sind, wie Maskenbildner oder Friseure, stellen die Mehrzahl der fiktiven Charakteren in ASMR-Rollenspielen.

In diesem Make-up-Tutorial ist Aussehen ganz nebensächlich:

In Videos der Kategorie „show and tell“ (zu Deutsch „zeigen und erzählen“), in der der Videomacher meist eine private Sammlung oder ein persönliches Organisationsschema seiner Besitztümer (Parfümsammlungen, Origamifiguren, Make-up-Pinsel) vorstellt, werden oft die kleinen, sinnvollen Gedankengänge, die in die Strukturierung der Sammlung eingeflossen sind, erläutert. Das gezeigte Gebilde wird zu einer in sich geschlossenen, harmonischen Manifestation eines ordnenden Geistes, das wir in seiner teils rationalen, teils sentimentalen Einfachheit ganz erfassen können und bewundern dürfen.

Großmutters Schmuck kommt ungewöhnlich zur Geltung:

Das entspannende Gefühl hilft vielen Stressgeplagten beim Einschlafen. „Das ist ja zum Einschlafen, ich bin gleich weg…gähhhn!“ ist deshalb in der Kommentarsektion der Videos durchaus ein Kompliment und wird dankend angenommen. Aber vielleicht kann ASMR noch mehr? Denn das Ausblenden der Ablenkung ist ja manchmal nur der erste Schritt in einem Bestreben, einen Zustand geschärfter Konzentration zu erreichen.

Verkannte religiöse Erleuchtung

Mein erstes überwältigendes ASMR-Erlebnis hatte ich, als ich mit ungefähr 15 Jahren im Internet auf die Amateuraufnahme einer Anleitung für indische Chakra-Meditation, einer Ayurveda-Übung, stieß. Ich legte meinen Kopf auf die Tischplatte und ließ den schlechten, knackenden Lautsprechersound über meine Kopfhaut rieseln. Das tat ich immer wieder und immer etwas verschämt, da ich als überskeptischer Teenager jede Art von spirituellem Hokuspokus eigentlich verachtete. Heute weiß ich, dass es nicht die indischen Weisheiten waren, die mich fesselten, sondern in der Aufnahme gegenwärtige ASMR-Trigger. „Im Bereich Religion gibt es Beschreibungen von Gotteserfahrungen oder meditativen Trancezuständen, die an ASMR denken lassen. Aber hier reden wir natürlich nur von der reinen biologischen Mechanik, nicht vom spirituellen Wahrheitsgehalt“, erklärt Expertin Jennifer Allen.

Ich hingegen vergaß das Gefühl, bis der aufkommende Trend der Youtube-Tutorials ihm neue Nahrung gab. Anfänglich noch auf der Suche nach praktischen Tipps für den im Alltag unerprobten Studenten, bemerkte ich bald, dass ich immer mehr auch Tutorials schaute, deren Inhalt mich gar nicht unmittelbar tangierte, aber seltsam faszinierte und entspannte. Ich lernte, wie man Handtücher kunstvoll faltet, so wie man es zum Beispiel in Hotelzimmern findet, wie man eine schnelle Lymphdrüsenuntersuchung durchführt oder einfache chinesische Buchstaben auf der Tastatur schreibt.

Was mich erst wirklich aufmerken ließ, war jedoch die Entdeckung von sogenannten „walk and talk“-Videos (zu Deutsch „Gehen und Reden“). Walk-and-talk-Videos sind kein in der ASMR-Community gängiges Konzept. Es kommt aus einer anderen  Youtube-Subkultur, der Menschen angehören, die gerne Gedankenaustausch betreiben, indem sie sich selbst bei Spaziergängen filmen und dabei ihre Gedankengänge mitteilen. Die entspannende Wirkung war die gleiche, aber nun wurden auch die Inhalte für mich spannender: Die feinsinnigen Überlegungen eines britischen Professors über Sein und Vergänglichkeit, Individuum und Gesellschaft blieben genauso bei mir hängen wie die unerwünschten Chakra-Übungen meiner Jugendjahre.

Beim Entspannen noch etwas lernen:

Noch heute sind Inhalte eingängiger für mich, wenn Kleinigkeiten in der Präsentation wohlige ASMR-Schauer hervorrufen und mich in einen Zustand der protestlosen geistigen Aufnahmebereitschaft lullen. Es sei denn, ich schlafe irgendwann dabei ein. Aber auch dann kostet es mich wenig Überwindung, das Verpasste noch einmal abzuspielen. Und hier liegt vielleicht eine andere große Stärke und mögliche Anwendbarkeit des Phänomens der aufmerksamkeitsinduzierten Euphorie: Die Lust an der Wiederholung. „Ich werde es nie müde, dieses Video anzuschauen. Ich habe es schon 100-mal angeschaut und ich werde es noch 100-mal anschauen. Entspannend“, kommentiert ein  Youtube-Nutzer unter einem instruktive Video, in dem ein Chiropraktiker seine Behandlungsmethode als Anhaltspunkt für junge Studierende der Kunst demonstriert. Der aufwendigste Hollywoodstreifen schafft es nicht, uns 100 Mal hintereinander ins Kino zu locken, während Dr. Gunters Neun-Minuten-Video ungewollt und nebenbei 1,5 Millionen Views erhält, viele davon von wiederkehrenden ASMR-Begeisterten.

Ein Trick für die Schule?

Wie stehen die Chancen, relevante Inhalte in einem ASMR-Kontext zu platzieren? „Das Bildungssystem könnte von diesen Dingen sehr profitieren, wenn es mehr über die Bedürfnisse seiner Schüler in dieser Hinsicht herausfände“, meint ASMR-Koryphäe Jennifer Allen. „Wenn nicht für die Vermittlung von Inhalten, so doch zumindest, um das Konzentrationsvermögen zu stärken. Momentan ist die Herangehensweise zumindest hier in den USA sehr nach der Holzhammermethode, wenn es darum geht, Schüler ruhig und konzentriert zu bekommen. Doch dafür bräuchte man ASMR-Trigger, die allgemeiner greifen und zuverlässig bei vielen funktionieren. Das geht aber nicht, bevor wir nicht die zugrundeliegenden Mechanismen verstanden haben.“

Viele Menschen nutzen ASMR aber heute schon eigenständig als Selbsttherapie oder Mittel gegen Schlaflosigkeit. „Ich sehe definitiv Potential im therapeutischen Bereich und in der Stressbekämpfung“, sagt Allen. „ASMR könnte für die Selbsterhaltung eine ähnliche Rolle spielen wie das Träumen. Ich denke, man kann eine Menge darüber herausfinden, was einem Menschen in seinem Alltag begegnet oder was ihm darin fehlt, wenn man weiß, wie er auf ASMR reagiert.“

Starke Empathiebezeugungen helfen bei Stress:


Auf die Frage, wie es mit der Forschung weitergehen sollte, antwortet die Expertin: „Es gibt viele unterschiedliche Herangehensweisen, da das Thema für so viele Disziplinen von potentiellem Interesse ist. Mein Ziel ist es, eine Diskussion in Gang zu bringen zwischen Neurologen, Evolutionsbiologen, Psychologen, Medizinern, Kognitionswissenschaftlern oder auch Bildungsforschern. Dann halte ich eine Serie von Mikrostudien mit Funktioneller Magnetresonanztomographie für am vielversprechendsten.“

Auf der Suche nach Probanden

Problematisch hierbei könnte sein, dass sich das Phänomen unter überwachten Laborbedingungen als flüchtig erweist. „Wir müssen mit Individuen anfangen, die eine sehr starke physische Reaktion haben und vielleicht sogar gelernt haben, diese zu kontrollieren“, stimmt Allen zu. Hilfreich dabei könnte der seltene ASMR-Typ A sein, dem Menschen angehören, die die Empfindung völlig ohne externe Stimuli selbst auslösen können. Derzeit läuft auf der Homepage von Allens Team eine Datenerhebung, um einen statistischen Überblick über das Phänomen zu erhalten und mögliche Probanden für zukünftige Studien zu finden. „Was ich Ihnen jetzt schon sagen kann ist, dass wir es mit etwas weit Verbreitetem zu tun haben. Wir finden es auf allen Kontinenten, in allen Ethnizitäten, und auch die Geschlechter sind gleichermaßen vertreten.“ Aber noch sind alle Antworten nach dem Warum und Wieso offen.

Gemäß dem modernen Ansatz ihres Teams stellt Jennifer Allen ihre eigenen Ressourcen allen Forschungswilligen zur Verfügung. „Wir haben Kontakten zu Tausenden potentiellen Probanden. Wenn jemand sich das zunutze machen will, um seine eigene Studie zu entwickeln, braucht er sich nur zu melden“, ruft sie auf. „Wir sind nur an Antworten interessiert.“

Wenn Sie selbst mehr über ASMR erfahren, am Online-Test teilnehmen oder sich als Wissenschaftler beteiligen wollen, dann besuchen Sie die Seite von ASMR-research für mehr Informationen zum Thema.

Um mehr über die Macher der Videos herauszufinden und um zu deren YouTube-Kanal zu gelangen, klicken Sie bitte auf den Titel der jeweiligen Videos.

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Eine Antwort auf ASMR – das unbekannte Gefühl

  1. MrKappa sagt:

    Vielen Dank. Heilung für Schlaflosigkeit? Ich würde sagen, dass ASMR Möglicherweise können Sie so ziemlich alles heilen! Kein Scherz! Die Website unter http://www.asmrstudio.com/ hat eine gute Auflistung der asmr’tists. Es gibt viele von ihnen, und einige der besten sind nicht so populär wie man denken könnte.