1993 kamen Psychologen zu einem sensationellen Befund: Mozarts Musik kann die Leistung, ja sogar den IQ erhöhen. In der Studie, die Frances Rauscher, eine Neurologin an der University of California, 1993 durchgeführt hatte, hatten Studenten nach dem Anhören von 10 Minuten Mozart-Sonate beim Lösen räumlicher Testaufgaben besser abgeschnitten als wenn sie nur eine Entspannungs-CD gehört oder in die Stille gelauscht hatten. Die Studie zog eine ganze Reihe von Folgestudien und populärwissenschaftlicher Bücher nach sich, die den „Mozart-Effekt“ zu belegen schienen.

Nun widerlegten Forscher der Harvard Graduate School of Education diese Theorie. Sie kritisierten die wissenschaftliche Qualität der bisher veröffentlichten experimentellen Studien und entwarfen selbst ein Experiment: Mehr teilte bei seiner Studie Kinder in zwei Gruppen ein, eine mit musikalischer Erziehung, die andere mit künstlerischer. Danach testete er die Orientierung und das Begreifen von Zahlen und Wörtern. Die Kinder mit Musikerziehung wiesen minimal bessere Ergebnisse bei der Orientierung auf, schnitten aber etwas schlechter beim Verständnis für Wörter und Zahlen ab.

Die Forscher wiederholten den Versuch mit zwei Gruppen von Kindern, bei der die eine Musikunterricht bekam und die andere nicht. Mehr konnte keine Steigerung der Leistung der Musikgruppe feststellen.

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