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Jeder dritte Deutsche leidet an einer Fettleber.
Illustration: CC BY-ND 3.0 MedicalGraphics

Schweinebraten, Bratkartoffeln, Würste in allen Variationen – in der deutschen Küche zählt man nicht gerne Kalorien. Das macht sich auch am Gesundheitszustand der Bevölkerung bemerkbar: Jeder dritte Deutsche leidet an einer Fettleber. Damit wächst auch das Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nun haben Wissenschaftler der Universität Tübingen, des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung und der Universitätsklinik Wien einen erfolgversprechenden medikamentösen Therapieansatz erforscht. Sie entwickelten ein Medikament, mit dem es gelang, den Leberfettgehalt von Patienten innerhalb von drei Monaten deutlich zu reduzieren.

Das Medikament hemmt das Enzym 11-βHSD1, welches inaktives Cortison in aktives Cortisol umwandelt. Das für Fetteinlagerung verantwortliche Hormon Cortisol konnte so minimiert werden. Bei 20 Prozent der Betroffenen wurde die Fettleber so sogar rückgängig gemacht. Weiterhin verringerten sich die zuvor erhöhten Leberenzyme, die Patienten nahmen deutlich an Gewicht ab und verloren vor allem ungünstiges Bauchfett. „Diese neuen Erkenntnisse sind ein erster Schritt“, so Studienleiter Norbert Stefan, „um bei Menschen, die nicht ausreichend von einer Lebensstilintervention zur Behandlung der Fettlebererkrankung profitieren, eine weitere Therapieoption zu haben. Möglicherweise hat dieses neue Therapiekonzept in der Zukunft auch zunehmend Bedeutung für die Therapie der Adipositas.“

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