Forscher der Abteilung für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich haben nachgewiesen, dass sich in Mitteleuropa die Fähigkeit zur Verdauung von Milch früher ausbreitete als gedacht. Bereits vor über 1000 Jahren waren unsere Vorfahren in der Lage, Milch gut zu verdauen.

Dies wiesen Forscher anhand von Funden im nordrhein-westfälischen Dalheim nach. Das untersuchte Erbgut hat Ähnlichkeiten mit den Genen von Mitteleuropäern heutzutage. Im Zeitraum von 950 bis 1200 nach Christus konnten etwa 72 Prozent der Einwohner Milch verdauen. Im Vergleich dazu liegt der Wert heute zwischen 71 und 80 Prozent.

Für die Verdauung von Milch und der darin enthaltenen Laktose braucht es das Enzym Laktase. Dieses wird mit zunehmendem Alter immer weniger vom Körper gebildet. Einige Bevölkerungsgruppen entwickelten jedoch die Möglichkeit, das ganze Leben lang genug Laktase zu produzieren. Die ersten Nachweise hierfür fanden Forscher circa 3000 vor Christus.

Milchunverträglichkeit schränkt heute nur noch wenige Menschen ein, ursprünglich war jedoch die Mehrheit der Weltbevölkerung laktoseintolerant.

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