Auch im Tonstudio sind Plagiate keine Seltenheit.
Foto: CC-BY-SA 3.0 JacoTen

Nicht nur bei Doktorarbeiten wird gerne kopiert. Auch viele Bands und Künstler bedienen sich an bereits existierenden Songs. In Zukunft könnten solche Plagiate jedoch deutlich schneller aufgedeckt werden.

Denn Forscher vom Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau haben jetzt ein Programm entwickelt, das identische Melodien, Samples und andere Bestandteile zweier Songs in wenigen Sekunden aufspürt. Der „PlagiarismAnalyzer“ ermittelt hierfür das Tonspektrum von Kopie und Original und vergleicht beide mithilfe mathematischer Algorithmen. Die geklauten Teile des Songs werden dann gelöscht, sodass bei besonders dreisten „Melo-dieben“ manchmal nur eine einzige Tonspur übrig bleibt. So kann das Programm beispielsweise Gutachter in Plagiatsprozessen unterstützen.

Aber auch Journalisten sollen von der Software profitieren können. Denn mit dem „PlagiarismAnalyzer“ kann man auch erkennen, wenn Audiodateien verändert wurden, beispielsweise durch Schnitte. Redaktionen können so brisantes Tonmaterial schnell auf ihre Echtheit überprüfen.

One Response to Mit Spezialsoftware gegen „Melo-Diebe“

  1. TocTocToc sagt:

    YouTube, also am Ende Google, kann so etwas Ähnliches auch schon seit Längerem.

    Ein bisschen unklar finde ich in dieser Meldung, was eigentlich am Ende gelöscht wird. Wird die Software bereits während der Produktion auf einzelne Spuren angewandt? Oder sortiert die hinterher den Mix ausreichend auseinander?

    In der Popmusik werden unfreiwillige Plagiate immer häufiger werden (müssen), da das musikalische Vokabular eher begrenzt ist.