Die Idylle trügt: Wie hier in Wien ist die Donau stark durch Plastikteilchen verschmutzt.
Foto: CC-BY-SA 3.0 Fabian Lackner

Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Als günstiger Rohstoff hat er die Produktwelt längst erobert. An einem Ort hat er jedoch nichts zu suchen: in der Donau. Genau dort haben Forscher der Universität Wien jetzt allerdings große Mengen Plastik gefunden.

In Europas zweitgrößtem Fließgewässer befinden sich demnach an einigen Stellen inzwischen mehr Plastikpartikel als Fischlarven. Die Forscher untersuchten die Uferbereiche zwischen den Städten Wien und Bratislava. Im Schnitt wurden dort durchschnittlich 317 Plastikpartikel, aber nur 275 Fischlarven pro 1.000 Kubikmeter Wasser gefunden. Insgesamt vermuten die Forscher, dass die Donau täglich rund 4,2 Tonnen Plastikmüll ins Schwarze Meer spüle.

Besonders für Fische ist die Verschmutzung gefährlich. Sie verwechseln kleine Plastikteilchen mit Nahrungspartikeln, beispielsweise mit Kleinkrebsen. Die Folgen reichen von einem vorgetäuschten Sättigungsgefühl über Darmtraktverletzungen bis hin zum Tod der Fische. Vieles weist darauf hin, dass durch Fische vermehrt lösliche Stoffe aus den Plastikpartikeln in die Nahrungskette gelangen, was auch den Menschen betreffen könnte.

Die meisten Plastikteilchen in der Donau sind laut den Forschern makroskopisch nachweisbar. 79 Prozent der untersuchten Partikel stammen von der Plastik verarbeitenden Industrie. Der Rest ist nicht eindeutig identifizierbar und geht wahrscheinlich auf kommunalen Abfall zurück.

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