Eine akribische Messmethodik sorgt für Wirbel bei der Frage, ob der anatomisch moderne Mensch bei seinem Vordringen nach Europa auf Neandertaler gestoßen ist.

Der Archäologe Thomas Higham von der University of Oxford hat frühere Altersbestimmungen von Knochenfunden aus der Steinzeit nach der C-14-Methode wiederholt, allerdings jeweils erst nach intensivster Reinigung durch Ultrafiltration. Bei ihr werden die kleinen molekularen Komponenten eliminiert, die von Verunreinigungen stammen, etwa Fingerabdrücke oder Klebstoffreste. Nach Highams Ergebnissen haben unsere Vorfahren Europa wohl nicht erst vor 40 000 Jahren besiedelt, wie bisher angenommen, sondern bereits vor 43 000 Jahren. Und der Neandertaler ist auf der iberischen Halbinsel bereits vor etwa 45 000 Jahren ausgestorben, in Osteuropa allerdings später − zuletzt auf der Krim vor etwa 39 000 Jahren und nicht erst vor 28 000 Jahren.

Die Zeitspanne, in der beide Menschenarten sich in Europa begegnet sein könnten, beträgt demnach wohl nicht 12 000, sondern maximal recht kurze 4000 Jahre, und das wohl auch nur in Osteuropa.

 

Zum Weiterlesen:

Ausführlicher berichtet darüber „Bild der Wissenschaft“, Ausgabe 11, November 2013, S. 22 – 29

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