Starburst-Zwerggalaxie als blauer Einstein-Ring

Hinter einer Galaxie, die wie eine Linse wirkt, wird eine weit entfernte Starburst-Zwerggalaxie verzerrt sichtbar – als blauer Ring.
Foto: MPIA/Arjen van der Wel

Eine durch eine kosmische Linse stark vergrößert abgebildete „Starburst“-Zwerggalaxie – sehr klein und mit sehr hoher Sternerzeugungsrate – rüttelt an der bisherigen Modellvorstellung zur Entstehung von Galaxien.

Licht hat keine Ruhemasse, wird aber in Folge der von Massenansammlungen erzeugten Raumkrümmung von Galaxien abgelenkt. Bildet sich eine ferne Lichtquelle dabei als perfekter Kreis ab, muss die Galaxie dazwischen exakt auf der Verbindungslinie zwischen Lichtquelle und irdischem Beobachter liegen – ein bisher sehr selten beobachteter Fall.

Einen solchen aber hat jüngst der Astronom Arjen van der Wel vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg entdeckt und dazu die Lichtquelle als eine Starburst-Zwerggalaxie ermittelt, wie sie nach heutiger Modellvorstellung nur sehr selten entstehen kann. Demnach lägen zwei sehr rare Phänomene zugleich vor – zwar prinzipiell möglich, aber extrem unwahrscheinlich.

Gibt es diese Zwerggalaxien also vielleicht viel häufiger als bisher angenommen? Dann müsste das bisherige Modell der Galaxienentstehung allerdings umgestaltet werden.

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