Wissenschaftler der Universität Bonn haben möglicherweise eine neue Form der Behandlung von Multiple Sklerose (MS) gefunden; das gaben sie am 23. Oktober 2013 bekannt. Bei MS-Patienten greift das Immunsystem eine Isolierschicht zwischen Nervenzellen an, die notwendig zur Übertragung eleketrischer Signale im Gehirn ist.

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Kleine „Helferzellen“: Oligendrocyten helfen teile des Nervensystems zu heilen
Foto: CC0 Jurjen Broeke

Bisher versuchte man als Gegenstrategie lediglich den Angriff des Immunsystems abzuschwächen. Die Forscher haben nun möglicherweise eine Methode entdeckt, die Regeneration der angegriffenen Isolierschicht anzuregen.

Im Fokus stehen Hirnzellen namens „Oligodendrocycten“. Sie heilen kleine Beschädigungen der Isolierschicht zwischen den Nervenzellen wieder. Bei MS werden jedoch so viele Zellen zerstört, dass die Produktion nicht nachkommt. Die Lösung: der Produktion auf die Sprünge helfen. Die Bonner entdeckten, dass die Substanz „Pranlukast“ einen Hemmstoff blockiert, der die Heranreifung der heilenden Oligodendrocycten behindert. Könnte man den Hemmstoff beseitigen, würden mehr kleine Helfer-Zellen heranwachsen. Laut den Forschern werden jedoch Jahre vergehen, bis ein ähnlicher, im Hirn verwendbarer Stoff  entwickelt ist.

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