Seidenspinner

Seidenspinner – frei lebend riechen sie besser.
Foto: CC-BY-NC-SA 2.0 Flores y Plantas

Auch wenn Seide ein Industrieprodukt ist: Die Fäden für den Stoff werden bis heute von Seidenspinnermotten hergestellt. Seit rund 5.000 Jahren domestizieren Menschen daher die Tiere.

Ein deutsch-japanisches Forscherteam, dem Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena  angehörten, hat nun herausgefunden, dass Seidenspinner in Gefangenschaft ein schlechteres Geruchsvermögen haben. Die Forscher verglichen dazu das Riechvermögen von domestizierten Seidenspinnern der Art Bombyx mori mit ihren nächsten wild lebenden Verwandten.

Heraus kam, dass domestizierte Tiere Umweltgerüche, die beispielsweise zu einer Wirtspflanze führen, deutlich schlechter erkennen als wild lebende Motten. Einzig den weiblichen Sexuallockstoff Bombykol erkannten männliche, in Gefangenschaft lebende Motten ähnlich gut wie ihre wilden Artgenossen.

In der Natur ist das Wahrnehmen der Düfte von Wirtspflanzen wichtig, da die Motten dort ihre Eier ablegen. In Gefangenschaft wird der Eierablageplatz vom Menschen zur Verfügung gestellt. Somit sind Umweltdüfte weitgehend überflüssig für die domestizierten Seidenspinner.

Die Forscher vermuten allerdings, dass das Wahrnehmen des Sexuallockstoffs bei männlichen Motten den Fortpflanzungsprozess auslöst und deshalb auch von Seidenspinnern in Gefangenschaft wahrgenommen wird.

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