Alzheimer in vielen Fällen vermeidbar?

Gegen das Vergessen: Fokus auf Prävention (Bild: CC BY-SA 3.0, Jorge Royan / Wikimedia Commons)
Gegen das Vergessen: Fokus auf Prävention. Bild: CC BY-SA 3.0, Jorge Royan / Wikimedia Commons

Rund ein Drittel der Alzheimer-Erkrankungen in Deutschland gehen auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht zurück und ließen sich damit vermeiden. Zu diesem Ergebnis kamen nun Demenzforscher der Universität Leipzig.

Zirka 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz, ein Großteil davon an Alzheimer-Demenz. Nach Berechnungen des Forscherteams des Instituts Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) in Leipzig wären 30 Prozent der Alzheimer-Demenzfälle vermeidbar, wenn sieben entscheidende Lebensstilfaktoren berücksichtigt würden: Bluthochdruck, starkes Übergewicht im mittleren Lebensalter, Diabetes Mellitus, Depressionen, mangelnde körperliche Aktivität, Rauchen und niedrige Bildung.

„Die breite Öffentlichkeit ist häufig der Auffassung, die Alzheimer-Erkrankung sei rein genetisch bedingt“, sagt Tobias Luck, Hauptinitiator der Studie. Dass Lebensstil-Faktoren eine so große Rolle spielen, gebe dagegen Grund zur Hoffnung, denn diese Faktoren seien im Gegensatz zu den Genen beeinflussbar.

Nach Berechnungen der Wissenschaftler könnten 130.000 Alzheimer-Fälle in Zukunft vermieden werden, wenn die Häufigkeit der Risikofaktoren um die Hälfte reduziert würde. „Diese Chance, die Zahl an Alzheimererkrankungen in der Bevölkerung zu verringern, sollte umso mehr Anreiz geben, diese Risikofaktoren zu bekämpfen”, betont Steffi Riedel-Heller, Professorin für Sozialmedizin und ISAP-Direktorin. Ihrer Meinung nach sollte mehr in die Prävention von Demenzerkrankungen investiert werden, anstatt nur in die Behandlung.

Bianca Jennifer Rousek

Bianca Rousek ist 22 Jahre alt und studierte Soziologie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Nachdem sie bereits längere Zeit als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung tätig war, gab ihr das Seminar eine Möglichkeit, eine andere Seite des Journalismus kennenzulernen. In ihrer Freizeit verbringt Bianca viel Zeit in ihrem Akkordeon-Verein, dem sie schon seit ihrer Kindheit angehört. Eine besondere Vorliebe hegt sie außerdem für Hunde.