Schweizer entwickeln Kamera für den roten Planeten

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Die Kamera, die Bilder auf dem Mars machen soll. Bild: Nicolas Thomas, Universität Bern

Am 12. März 2016 soll es losgehen: Die neue, in der Schweiz erbaute Weltraum-Kamera CaSSIS startet an Bord einer ESA-Raumsonde ihren Weg zum Mars. CaSSIS – das steht für Colour and Stereo Surface Imaging System und bezeichnet die neueste Technologie der Universität Bern. „CaSSIS ist das beste System, das wir mit den zur Verfügung stehenden Mitteln bauen konnten“, erklärt der Leiter des Berner CaSSIS-Teams, Nicolas Thomas vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern. Die neue, hochauflösende Kamera soll mit ihren Aufnahmen bestimmter Ziele auf dem roten Planeten andere Systeme unterstützen, indem sie Stereobilder liefert, mit denen Veränderungen auf dem Mars dokumentiert werden können. Zudem wird die Kamera, die auf der Sonde ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) montiert ist, dabei helfen, Quellen von Methan und anderen Gasen ausfindig zu machen.

Geplant war das Projekt ursprünglich anders, denn die Berner Forscher sollten nur ein Teleskop für eine amerikanische Kamera liefern. Als die Amerikaner plötzlich aus dem Projekt ausstiegen, erhielten die Schweizer den Auftrag, das gesamte System zu bauen. „Es war eine große Herausforderung, die Kamera rechtzeitig fertigzustellen. Wir hatten nur 27 Monate Zeit – normalerweise rechnet man mit 38 Monaten für ein derart kompliziertes Instrument“, ergänzt CaSSIS-Projektmanagerin Ruth Ziethe.

Am 9. November 2015 wird die Kamera in Frankreich auf die TGO montiert, um sie anschließend nach Kasachstan zu transportieren, von wo sie schließlich ins All startet. Ankommen wird sie am roten Planeten vermutlich im Oktober 2016.

Bianca Jennifer Rousek

Bianca Rousek ist 22 Jahre alt und studierte Soziologie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Nachdem sie bereits längere Zeit als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung tätig war, gab ihr das Seminar eine Möglichkeit, eine andere Seite des Journalismus kennenzulernen. In ihrer Freizeit verbringt Bianca viel Zeit in ihrem Akkordeon-Verein, dem sie schon seit ihrer Kindheit angehört. Eine besondere Vorliebe hegt sie außerdem für Hunde.