Europa ist nicht tot

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Immer noch ein hoffnungsvoller Anblick: Europas Sterne. Bild: CC-BY 2.0 Håkan Dahlström / Flickr

Die Europäer wollen Europa und sie wollen mehr Europa. Sie sehen die aktuelle Politik kritisch, wissen immer mehr über die europäische Politik und sind gespalten über eine deutsche Führungsrolle. Zu diesen Ergebnissen kommt eine europaweite repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Für die Studie wurden im Juli 2015 Bürger in allen Mitgliedsstaaten der europäischen Union zu Themen der europäischen Politik befragt. Etwa zwei Drittel der Befragten würden in einem Referendum für den Verbleib ihres Landes in der EU und der Eurozone stimmen. Knapp 60 Prozent sind auch dafür, dass Europa politisch und wirtschaftlich weiter zusammenwächst. Dabei möchten sie mehr Referenden, aber keinen gemeinsam gewählten Präsidenten. Gleichzeitig meinen 72 Prozent, dass sich die europäische Politik in die falsche Richtung bewegt. Die Politik der eigenen nationalen Regierungen wird im Schnitt ähnlich stark abgelehnt.

Die Studie hat außerdem die Kenntnisse der Europäer über die EU untersucht. Das Ergebnis: Europäer wissen immer mehr über die EU. 68 Prozent bewiesen ein hohes Grundwissen zur europäischen Politik. Zwei der wichtigsten EU-Politiker, Jean-Claude Juncker und Martin Schulz, sind 40 Prozent ein Begriff. Dagegen kennen nur 22 Prozent der Befragten Mariano Rajoy, den spanischen Ministerpräsidenten.

Bei der Befragung im Juli steckte Europa mitten in der Griechenlandkrise. Damals befürworteten etwas mehr als die Hälfte die deutsche Führungsrolle. In Polen und Frankreich war die Zustimmung mit über 60 Prozent am größten. Am niedrigsten war sie in Italien (29) und in Spanien (39 Prozent).

Die Ergebnisse kann man (in englischer Sprache) hier herunterladen.

Gustav Theile

Gustav studiert im Bachelor Wirtschaft, Politik, Literatur und Koeranistik in Tübingen. Irgendwann wird er damit mal fertig sein. Er engagiert sich für mehr Vielfalt in den Wirtschaftswissenschaften in Tübingen und international. Im Studentenfutter befasst er sich mit dem Stipendienwesen in Deutschland und fragt sich, warum die gefördert werden, die sowieso schon privilegiert sind.