Wirbeltiere haben ein Unisex-Gehirn

Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern.
Auch unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen Geschlechtern. Bild: CC0 / Pixabay

Männliche und weibliche Geschlechtsorgane von Wirbeltieren werden im Gehirn auf derselben Körperkarte repräsentiert. Die Gehirnarchitektur von Wirbeltieren ist somit sexuell monomorph angelegt, wie der Fachausdruck lautet. Das fanden Wissenschaftler um Michael Brecht von der Humboldt-Universität zu Berlin und Forschenden des Marine Biology Lab in Woods Hole heraus.

Empfindungen des Tastsinns werden im Gehirn durch geordnete Karten der Körperoberfläche repräsentiert. Den Forschenden ist es gelungen, eine solche Kartierung der Genitalregion in der somatosensorischen Hirnrinde hochaufgelöst darzustellen. Dabei zeigte sich im Versuch mit Ratten, dass die Körperkarte von Penis und Klitoris identisch ist. Die äußeren Geschlechtsmerkmale von Wirbeltieren unterscheiden sich zwar im Aussehen. Dennoch werden männlich wie weiblich konnotierte genitale Repräsentationen von Geschlecht im Gehirn auf derselben anatomischen Karte abgebildet. Das bedeutet, dass Genitalrepräsentationen in der Hirnrinde unabhängig vom zugeordneten Geschlecht gleichförmig, das heißt monomorph sind. Die Ergebnisse fügen sich in eine Reihe von Befunden, die darauf hinweisen, dass die Gehirnarchitektur von Wirbeltieren kaum sexuelle Unterschiede zwischen Geschlechterrepräsentationen macht.