Drohnen retten Leben

Drohnen sind inzwischen überall. Sie führen Krieg und liefern Bestellungen von Amazon aus. Schweizer Forscher haben nun Drohnen beigebracht, Waldwege zu erkennen und diesen eigenständig zu folgen. Bei jährlich etwa 1000 Notrufen von Wanderern kann das Menschenleben retten – zumindest wenn es gelingt, dass die Drohnen die Gefährdeten schneller als Suchmannschaften finden.

(Bild: CC-BY Eugene Kim / Flickr)
Nicht nur Spielzeug, sondern potenzieller Lebensretter: Drohne im Anflug. Bild: CC-BY Eugene Kim / Flickr

An dem Projekt waren Forscher der Universität Zürich, der Universität der italienischen Schweiz und der Fachhochschule Südschweiz beteiligt. Für die Forscher war die Umgebung die größte Herausforderung. Davide Scaramuzza, Professor an der Universität Zürich, erklärt: „In komplexen Umgebungen, etwa in dichten Wäldern, (…) kann jeder noch so kleine Fehler einen Absturz zur Folge haben. Roboter brauchen darum ein leistungsfähiges Gehirn, um die komplexe Welt, die sie umgibt, zu verstehen.“

Dieses leistungsfähige Gehirn der Drohne ist ein sogenanntes tiefes neuronales Netzwerk. Das Programm lernt aus Übungsbeispielen und kann dadurch unbekannte Aufgaben lösen. Die Beispiele erhielten die Forscher aus Wanderungen durch die Schweizer Alpen. Mit einer Helmkamera zeichneten sie ihre Wege auf. Die Drohne nimmt ihre Umgebung mit zwei kleinen Kameras wahr. Durch die Beispiele kann sie jetzt in 85 Prozent der Fälle die Waldwege korrekt erkennen. Menschen gelang dies mit den gleichen Bildern nur in 82 Prozent der Fälle.

Bevor die Drohnen jedoch bei der Suche nach Menschen eingesetzt werden können, müssen die Forscher ihr noch beibringen, Menschen zu erkennen. Doch Scaramuzza und Kollegen sind sich sicher: „Eines Tages werden Roboter mit menschlichen Rettungskräften zusammenarbeiten, um unser Leben sicherer zu machen.“

Gustav Theile

Gustav studiert im Bachelor Wirtschaft, Politik, Literatur und Koeranistik in Tübingen. Irgendwann wird er damit mal fertig sein. Er engagiert sich für mehr Vielfalt in den Wirtschaftswissenschaften in Tübingen und international. Im Studentenfutter befasst er sich mit dem Stipendienwesen in Deutschland und fragt sich, warum die gefördert werden, die sowieso schon privilegiert sind.