Billigkleidung auf dem Vormarsch

Ein Primark-Laden. Bild: CC0 / Wikimedia Commons

Billigkleidung ist auf dem Vormarsch, obwohl viele Nichtregierungsorganisationen (NGOs) dagegen protestieren. Dies fand die Wirtschaftswissenschaftlerin Natalie Wäsch im Rahmen ihrer vielbeachteten Master-Arbeit an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg heraus. Das Problem: Kampagnen gegen Unternehmen, die Billigkleidung verkaufen, entfalten nicht die gewünschte Wirkung, da NGOs generell an Öffentlichkeitswirksamkeit verloren haben. Die komplexe Medienlandschaft konfrontiert Menschen mit einer Flut von Informationen, so dass NGOs keine Massen für sich gewinnen können. Um dennoch Veränderungen herbeizuführen, steigen NGOs heute auf neue Methoden um, lassen sich auf Partnerschaften und Dialoge mit Unternehmen ein.

Wäsch kritisiert, dass NGOs ihre abgeschlossenen Aktivitäten zu selten evaluieren. Eine bessere Analyse könnte aber ihren künftigen Erfolg steigern.

Im Rahmen der Arbeit befragte Wäsch auch 170 Primark-Kunden. 65 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich mit den Arbeitsbedingungen bei der Produktion von Billigkleidung vertraut gemacht hätten. Mehr als die Hälfte von ihnen sagten jedoch, dass dies ihr Kaufverhalten nicht beeinflusse. Auch das sogenannte Fast-Fashion-Prinzip der Unternehmen verstärkt den Konsum: Sie stellen immer schneller neue Kollektionen her und verleiten ihre Kunden dazu, stets nach dem aktuellen Trend zu greifen. Da die Kleidung ohnehin sehr günstig ist, wird selten Getragenes schnell entsorgt.

Lale Diklitas

Lale Diklitas ist 20 Jahre alt und studiert Islamwissenschaft und Politikwissenschaft in Tübingen. Sie lernt leidenschaftlich gern Fremdsprachen und hat vor allem eine Schwäche für nahöstliche Sprachen. Ihre ersten Schreibversuche unternahm sie bei „Studentenfutter“. Sie will ihren Blick für das weniger Offensichtliche schärfen und beschäftigte sich deshalb unter anderem mit der Frage, wie Sprache – zum Beispiel in Medien und Politik – Rassismus schaffen kann.

One thought on “Billigkleidung auf dem Vormarsch

  1. Das Konsumverhalten der Menschen zu ändern ist eine sehr schwierige Angelegenheiten. Meist ist man sich der Arbeitsbedingungen bewusst, dennoch fällt es einem schwer auf Schnäppchen zu verzichten.

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