Autonomes Auto fährt 2400 Kilometer durch Mexiko

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Mit allerlei Technik ausgestattet: Auch Kameras sind für AutoNOMOS’ Autonomie im Einsatz. Bild: Claudia Heinstein

Das an der Freien Universität Berlin entwickelte Auto AutoNOMOS ist ohne menschliches Eingreifen 2400 Kilometer weit gefahren. Es ist die bisher längste Strecke, die jemals von einem autonomen Fahrzeug zurückgelegt wurde. Das unter der Leitung der Informatikprofessoren Raúl Rojas und Daniel Göhring entstandene AutoNOMOS fuhr dabei stellenweise auf Routen ohne Fahrbahnbegrenzungen, durch enge Gassen und auf Straßen ohne Spurmarkierung. Der ingenieurwissenschaftliche Reiz des Experiments bestand genau darin, diese erschwerten Bedingungen zu meistern.

Zur Vorbereitung des Experiments waren Mitarbeitende des Projekts Monate zuvor durch die USA und Mexiko gereist und hatten eine Strecke von 6000 Kilometern kartiert. Aus diesen Daten erarbeiteten sie sehr detailreiche Navigationskarten, die für die Programmierung von Systemkomponenten notwendig sind. AutoNOMOS eruiert mit Laserscannern, Videokameras, Radaren und präzisem GPS-System die Verkehrssituation, die Position und Geschwindigkeit anderer Fahrzeuge, Ampelphasen sowie die Anwesenheit von Personen. All diese Informationen werden dann gebündelt an einen Hauptrechner weitergegeben. Dieser plant und entscheidet daraufhin, wie AutoNOMOS fahren wird.

Das Projekt ist zukunftsträchtig: Es ist geplant, ab 2020 autonome Fahrzeugfunktionen auf Autobahnen einzusetzen. Dabei können Fahrende ihr Auto per Knopfdruck auf Autopilot setzen; das Auto wird dann eigenständig die Spur halten und gegebenenfalls überholen können.