Dialekt belebt das Geschäft!

Auch in unserer modernen Gesellschaft hat Dialekt noch eine Wirkung. Foto: CCO / Pixabay
Auch in unserer modernen Gesellschaft hat Dialekt noch eine Wirkung. Foto: CCO / Pixabay

Dialekt im Business – ein No-go? Im Gegenteil: Wer denselben Dialekt spricht, kommt eher miteinander ins Geschäft. Volker Nitsch, Leiter des Fachgebiets Internationale Wirtschaft der TU Dortmund und seine Forschungskollegen untersuchten erstmals, wie sich das Sprechen desselben Dialektes auf deutsche Handelsbeziehungen auswirkt.

Das am 21. Oktober 2015 veröffentlichte Ergebnis der Datensatzanalyse war deutlich: Ein gemeinsamer Dialekt fördert das Geschäft. „Dabei sind nicht etwa die Dialekte den Handelswegen gefolgt, sondern umgekehrt“, betont Volker Nitsch. Das zeigt sich beispielsweise an der bayerischen Stadt Augsburg: Deren Bewohner sprechen eher Schwäbisch als Bayerisch. Dementsprechend treiben sie mehr Handel mit baden-württembergischen Verkehrsbezirken im Westen, zum Beispiel Ulm, als mit den im Osten gelegenen bayerischen Bezirken. „Dies spiegelt die sprachlichen Verbindungen wie auch die gemeinsame kulturelle Identität wider“, sagt Volker Nitsch. Sprache habe einen vertrauensbildenden Effekt. Deshalb hänge der Verkaufserfolg besonders bei komplexen Produkten von der Kommunikation ab. Weniger wichtig sei dies für den Verkauf von Massenprodukten wie beispielsweise Rohstoffen, erklärt Nitsch. Dieses Prinzip gelte übrigens selbst für den Online-Handel. Es bleibt abzuwarten, wann und in welcher Form sich die Online-Handelsriesen diese Erkenntnisse zu Nutze machen.

Miriam Plappert

Miriam Plappert studiert Biologie. Für ihre Bachelorarbeit trainierte sie schwach elektrische Fische und erforschte, welche elektrischen Frequenzen sie wahrnehmen können. Bei Studentenfutter nutzte sie die Gelegenheit, mal andere Themen zu futtern, und beschäftigte sich ausführlich mit der Satire.