Schwämme füttern Rifforganismen mit dem Schleim von Korallen

Der untersuchte rote Schwamm Mycale fistulifera auf einer Steinkoralle der Gattung Stylophora im Roten Meer. (Foto: Laura Rix/Universität Bremen)
Der untersuchte rote Schwamm Mycale fistulifera auf einer Steinkoralle der Gattung Stylophora im Roten Meer. Bild: Laura Rix / Universität Bremen

Ein internationales Forscherteam um Laura Rix, kanadische Nachwuchswissenschaftlerin an der Universität Bremen, hat herausgefunden, dass Korallen bestimmte Stoffe produzieren, die nur von Schwämmen genutzt werden können.

Die Wissenschaftler wiesen nach, dass Korallen bestimmte Schleime ins Wasser abgeben, die energiereiche Stoffe enthalten. Diese Schleime lösen sich jedoch sofort und sind so klein, dass viele Lebewesen diese Nahrungsquelle nicht nutzen können. Durch die sogenannte „Schwammschleife“ wandeln Schwämme diese kleinen Partikel so um, dass sie nutzbar werden. In dieser Form können dann auch Würmer und Krebse den Schleim aufnehmen.

Das Forschungsteam kam durch Experimente an verschiedenen Feldstationen zu diesem Ergebnis. Sie untersuchten die Wechselwirkung von Korallen und Schwämmen am Roten Meer in Jordanien und am Skagerrak in Schweden. So fanden sie heraus, dass sowohl in tropischen Warmwasserkorallenriffen im Flachwasser als auch in Kaltwasserkorallenriffen in der Tiefe des Meeres Schwämme die Schleime der Korallen in Partikel umwandeln, wovon auch andere Lebewesen profitieren.

Dieser Prozess war bislang noch nicht bekannt und ist eine wichtige Erkenntnis, um das empfindliche Korallenriffökosystem besser zu verstehen. So könnten zukünftig auch gezieltere Maßnahmen zum Schutze dieser Ökosysteme ergriffen werden.

Erkan Binici

Erkan studiert islamische Theologie an der Universität Tübingen. Er ist auch in der politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen tätig und tastet sich in den Journalismus vor. Bei Studentenfutter hat er beides gefunden: Futter fürs Hirn und Journalismus mit Studenten.