Treppensteigen mal anders

Ludwig van Beethoven. Bild: Public Domain

Für das Projekt „Ludwig nimmt die Treppe“ wandelte die Stadt Bonn kurzerhand die Treppe der Stadthausloggia in ein riesiges Musikinstrument um. Für den vierwöchigen Zeitraum des Beethovenfests 2015 brachte das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik (FIT) die Treppe zwischen den beiden Rolltreppen zum Klingen. Sensoren erfassten die Bewegungen der Passanten, Töne und Musiksequenzen erschallten begleitend zum Treppensteigen.

„Grundgedanke war, Passanten durch die interaktive Musikinstallation zu motivieren, die klassische Treppe anstatt der Rolltreppe zu benutzen“, erklärt Hans-Jürgen Hartmann, Leiter des Referats Stadtförderung, das neben den Bonner Stadtwerken am Projekt beteiligt war. „Das ist erstens gesünder und spart zweitens Energie.“

Und wie wurde die Treppe angenommen? Vor dem Projekt hatten rund 90 Prozent der Passanten die Rolltreppen benutzt. „Mit der Installation entschieden sich 35 Prozent zum Treppensteigen“, berichtet Dr. René Reiners vom FIT, das neben der technischen Leitung auch die Beobachtung und Analyse der Treppennutzung übernommen hatte. Dadurch ging auch der Energieverbrauch der Rolltreppen um fast ein Drittel zurück, nämlich um rund 20 Kilowattstunden am Tag

Nach dem Beethovenfestival verflog die Begeisterung für das Treppenlaufen aber ebenso schnell wieder: Nur noch 18 Prozent der Passanten entschieden sich für die klassische Treppe – immerhin fünf Prozent mehr als vor der Aktion.

 

Bianca Jennifer Rousek

Bianca Rousek ist 22 Jahre alt und studierte Soziologie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Nachdem sie bereits längere Zeit als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung tätig war, gab ihr das Seminar eine Möglichkeit, eine andere Seite des Journalismus kennenzulernen. In ihrer Freizeit verbringt Bianca viel Zeit in ihrem Akkordeon-Verein, dem sie schon seit ihrer Kindheit angehört. Eine besondere Vorliebe hegt sie außerdem für Hunde.