Auf deutschem Boden überlebten Pesterreger Jahrhunderte

Zwar stirbt ein pestinfizierter Patient meist nach wenigen Tagen, trotzdem können sich die Erreger dauerhaft in einem Gebiet halten. Eine Erbgutvariante des Bakteriums Yersinia pestis blieb gar vom 14. bis ins 17. Jahrhundert in Mitteleuropa und behauptete sich auch in England und Frankreich.

Das fanden Münchner Forscher um die Biologie-Doktorandin Lisa Seifert heraus. Die Wissenschaftler der LMU, der Staatssammlung Anthropologie und Paläoanthropologie sowie dem Institut der Bundeswehr für Mikrobiologie untersuchten 30 Skelette aus dem genannten Zeitfenster.

Menschliche Knochenreste verraten Forschern viel über die Lebensumstände zu früheren Zeiten. Bild: CCO
Menschliche Knochenreste verraten Forschern viel über die Lebensumstände zu früheren Zeiten. Bild: CC0 / Pixabay

In acht der aus Brandenburg und Manching-Pichl in Bayern stammenden Skelette stießen die Forscher durch ein Genotypisierungsverfahren auf das pla-Gen, welches vor allem die Pestbakterien in sich tragen. Lediglich die DNA der Erkrankten zeigte ein identisches Muster von 16 Basenpaarvariationen, sogenannten Einzelnukleotid-Polymorphismen.

Bisher hatten Experten vermutet, dass stets neue Pestwellen aus Asien nach Europa rollten. Doch das stimmt nicht: Asiatische Yersinia-pestis-Stämme besitzen ein anderes Erbgut. Stattdessen muss es dem untersuchten Bakterienstamm gelungen sein, in anderen Wirten zu überleben.

Monica Brana

Monica Brana ist Studentin an der Universität Tübingen. Das "Studentenfutter" sieht sie als gute Gelegenheit, interessante Inhalte mit Schreibpraxis im Wissenschaftsjournalismus zu verknüpfen.