Wie Seeoberflächen den Klimawandel beeinflussen

Im Zeitraum zwischen 1985 und 2009 stiegen die sommerlichen Oberflächentemperaturen in Seen weltweit signifikant an. Das fand ein Konglomerat internationaler Forschergruppen um Catherine M. O’Reilly, Sapna Sharma, Derek K. Gray, Stephanie E. Hampton et. al. heraus, indem es lokal erhobene und satellitengestützte Daten kombinierte. Bislang fehlte eine solche Analyse.

Die Seen der Erde sind Lebensgrundlage für Mensch und Tier. Bild: CCO
Die Seen der Erde sind Lebensgrundlage für Mensch und Tier. Bild: CC0 / Pixabay

Die Forscher wählten 235 global unterschiedlich verortete Seen aus, für die mindestens 13 Jahre lang Daten erfasst worden waren. Die verwendete Datenbank speicherte neben den Oberflächentemperaturen Angaben zu Klimavariablen wie Lufttemperatur, Sonnenstärke und Wolkendecke. Doch nicht nur morphologische Faktoren wie Größe und Tiefe eines individuellen Sees waren ausschlaggebend für seine Erwärmung. Weitere zentrale Faktoren waren die jeweilige Sonnenstrahlungsintensität sowie der Wärmeaustausch mit der Atmosphäre. Letztere beeinflussten Lufttemperatur, Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Eisdecke und Wind.

Die Erkenntnis lautet, dass sich die Erwärmungsraten der Seeoberflächen unterscheiden. Im Mittel betrug der Temperaturanstieg im Untersuchungszeitraum 0,35 Grad Celsius je Dekade. Warmwasserseen zeigten ähnliche Erwärmungsraten wie Kaltwasserseen. Doch erwärmten sich Seen mit zunehmender Nähe zum Äquator immer langsamer.

Die Seen der Erde sind mit zunehmender Erwärmung in ihrer Rolle als Süßwasserlieferanten gefährdet. Die Forscher prognostizieren neben gravierenden gesellschaftlichen Folgen einen Anstieg der teils giftigen Algenanteile um 20 Prozent sowie eine Zunahme der Methan-Emissionen um vier Prozent.

Monica Brana

Monica Brana ist Studentin an der Universität Tübingen. Das "Studentenfutter" sieht sie als gute Gelegenheit, interessante Inhalte mit Schreibpraxis im Wissenschaftsjournalismus zu verknüpfen.