Humor am Krankenbett

Fotograf: Michael Fuchs
Clowns bei der Arbeit. Bild: Michael Fuchs

In einer Pilotstudie untersuchten die Klinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Greifswald und das Institut für Psychologie/Sozial- und Organisationspsychologie der Humboldt-Universität zu Berlin die Wirkung von Klinikclowns auf die Ängste der Kinder.

Das Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob durch Humor die Angst vor ärztlichen Eingriffen verringert werden kann. „Obwohl wir nur eine kleine heterogene Gruppe von insgesamt 31 Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren einbezogen haben, konnten wir vielversprechende Ergebnisse erzielen“, erläuterte der Studienleiter und Direktor der Kinderchirurgie, Winfried Barthlen.

In den Elterngesprächen bestätigten die Eltern, dass sich die Kinder mit dem Besuch des Clowns wohler fühlten als ohne Clownkontakt. Um den Einfluss des Humors auch wissenschaftlich nachzuweisen, wurde der Oxytocin-Spiegel der Kinder gemessen. Oxytocin ist auch als „Glückshormon“ bekannt, beeinflusst das Verhalten bei sozialen Interaktionen und wird in Zusammenhang mit Liebe, Vertrauen und Ruhe gebracht. Patienten, die eine spielerische Begegnung mit einem Clown hatten, wiesen einen um etwa 30 Prozent höheren Oxytocinwert auf.

Die Ergebnisse der Pilotstudie sollen im Weiteren durch eine aussagekräftige Langzeitstudie ausgebaut und bekräftigt werden.  „Unser Ziel bleibt, die Clowns auf Kinderstationen als einen festen Bestandteil des pflegerischen und ärztlichen Teams zu integrieren, wie es in anderen europäischen Ländern längst üblich ist.“, erklärt Barthlen.

Erkan Binici

Erkan studiert islamische Theologie an der Universität Tübingen. Er ist auch in der politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen tätig und tastet sich in den Journalismus vor. Bei Studentenfutter hat er beides gefunden: Futter fürs Hirn und Journalismus mit Studenten.