Der Verkehr und das Glück

Fahrradwege machen glücklich (Bild: CC BY-SA 3.0 齐健 / Wikimedia Commons)
Fahrradwege machen glücklich. Bild: CC BY-SA 3.0 齐健 / Wikimedia Commons

Fahrradschnellwege machen Menschen glücklicher als Autostraßen. Das stellten Forscher um Linus Mattauch vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) fest. Die Ökonomen analysierten in ihrer Studie geplante verkehrspolitische Maßnahmen und verknüpften diese mit Erkenntnissen aus der Verhaltenswissenschaft.

Die Glücksforschung weiß schon lange, dass Menschen, die täglich zur Arbeit pendeln, während des Pendelns am unglücklichsten sind. Das gilt vor allem für Autofahrer. Verkehrspolitiker ignorieren dies jedoch. Sie wollen das Straßennetz weiter ausbauen und dadurch das Autofahren fördern. Dabei könne die Politik die Erkenntnisse der Verhaltensforschung registrieren und Maßnahmen ergreifen, die das Glück der Bürger maximieren, so Mattauch.

Zum einen solle die Verkehrspolitik mehr Fahrradschnellwege bauen und dadurch die körperliche Bewegung fördern. Zum anderen könne sie Autos, die noch als Statussymbol gelten, höher besteuern. Fahrradschnellwege würden auch zum Klimaschutz beitragen. Zusätzlich hätten sie einen weiteren, unauffälligen Effekt: Wenn das ganze Verkehrsnetz umweltfreundlicher werde und Kinder zukünftig darin aufwachsen, so wirke sich das langfristig auf ihre Vorlieben aus. Denn wer die Vorteile des Radfahrens und der U-Bahnen von Anfang an genieße, werde seine ganze Lebensweise danach ausrichten.

Mattauch empfiehlt den Verantwortlichen allerdings, die Kenntnisse mit Vorsicht zu genießen. Es stehe zwar fest, dass Autofahrer während des Pendelns unglücklich sind. Dennoch hätten sie sich bewusst für diese Lebensweise entschieden. Es sei also möglich, dass sie politische Maßnahmen und Anreize, die ihr Glück fördern sollen, als Bevormundung sehen.

Lale Diklitas

Lale Diklitas ist 20 Jahre alt und studiert Islamwissenschaft und Politikwissenschaft in Tübingen. Sie lernt leidenschaftlich gern Fremdsprachen und hat vor allem eine Schwäche für nahöstliche Sprachen. Ihre ersten Schreibversuche unternahm sie bei „Studentenfutter“. Sie will ihren Blick für das weniger Offensichtliche schärfen und beschäftigte sich deshalb unter anderem mit der Frage, wie Sprache – zum Beispiel in Medien und Politik – Rassismus schaffen kann.