Blütezeit altes Rom – auch für Parasiten

Römische Toiletten (CC0 Public Domain)
Römische Toiletten: Hier saß man Schulter an Schulter mit Fremden. Bild: Public Domain Fubar Obfusco / Wikimedia Commons

Die alten Römer haben aufwendige Bäder, Toiletten und Abwasserkanäle gebaut. Doch einen erkennbaren gesundheitlichen Vorteil für die Bevölkerung hat das nicht gebracht. Zu diesem Ergebnis kamen Untersuchungen von Dr. Piers Mitchell aus Cambridge über Parasiten-Rückstände in Stoffen, Kämmen, Gräbern, antiken Latrinen und versteinerten Fäkalien.

Früheren Studien zufolge reduzieren Toiletten, sauberes Trinkwasser und regelmäßiges Waschen generell die Zahl von Parasiten. Obwohl diese Punkte für das Leben im antiken Rom zutreffen, fanden sich in römischen Hinterlassenschaften ähnlich viele äußere Parasiten, etwa Flöhe und Läuse, wie in Überbleibseln aus der Wikingerzeit oder aus dem Mittelalter – Zeiten, in denen die Hygienevorstellungen lockerer waren. Innere Parasiten wie Würmer tauchen nach der Romanisierung eines Gebiets sogar vermehrt auf.

Neben anderen Gründen könnte das Austragen von menschlichen Fäkalien als Düngemittel daran Schuld sein. Manche Wurmeier können in essbaren Pflanzen überleben. Außerdem wurde das warme Wasser in den Badehäusern selten gewechselt: Dadurch könnten sich parasitäre Würmer verbreitet haben.

Einen Lichtblick gibt es aber laut Mitchell: „Obwohl die römischen Sanitäranlagen die Menschen nicht unbedingt gesünder gemacht haben, haben sie dadurch wahrscheinlich doch besser gerochen.“