Smartphones im Kampf gegen Hungersnöte

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Ein Smartphone muss kein Luxus sein, es kann Ernährung sichern helfen. Bild: CC0 / Pexels

Smartphones sollen künftig Hungersnöte prognostizieren. Dafür entwickelte Markus Enenkel vom Institut für Geodäsie und Geophysik der Technischen Universität Wien eine Smartphone-App, gemeinsam mit Kollegen vom International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) im österreichischen Laxenburg.

Die App namens SATIDA COLLECT ist Teil einer zweischrittigen Methode. Zuerst sammeln die Forscher mithilfe von Satelliten Daten, die die Erdoberfläche mit Mikrowellenstrahlen abtasten. Diese geben Aufschluss über die Feuchtigkeit des Bodens und über das Wetter. So werden Dürren vorausgesagt.

Allerdings führen nicht nur klimatische Bedingungen zu Mangelernährung. Auch gewaltsame Konflikte und andere politische Krisen sind eine Gefahr. Beispielsweise bestellen manche Bewohner von Krisenregionen ihre Felder nicht, da es zu gefährlich ist, obwohl es das Wetter zulässt. Hier kommt im zweiten Schritt die App zum Einsatz. Geschulte lokale Kräfte fragen Bewohner, wie oft sie täglich essen, ob es in letzter Zeit viele Todesfälle gab und ähnliches. Die Antworten werden mit der App erfasst und auf einen Server hochgeladen, sobald eine Internetverbindung besteht. Die Satellitendaten werden mit den Informationen aus den Befragungen kombiniert. So soll eine Landkarte entstehen, die zeigt, welche Regionen besonders durch Mangelernährung gefährdet sind. Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ können dadurch früher erfahren, wo eine Krise bevorsteht und rechtzeitig ihre Hilfseinsätze planen.

Die App wurde im Mai 2015 bereits im Norden der Zentralafrikanischen Republik getestet. Laut dem Forscherteam ist ihr Einsatz dort sehr erfolgversprechend, da sie beispielsweise eine einfache Handhabung aufweist und die Fragen speziell auf die Verhältnisse in der Zentralafrikanischen Republik zugeschnitten sind. So konnte Markus Enekel mit seinen Kollegen herausfinden, dass die Nahrungsknappheit im Jahr 2014 nicht klimatischen Bedingungen, sondern kriegerischen Konflikten geschuldet war.

Lale Diklitas

Lale Diklitas ist 20 Jahre alt und studiert Islamwissenschaft und Politikwissenschaft in Tübingen. Sie lernt leidenschaftlich gern Fremdsprachen und hat vor allem eine Schwäche für nahöstliche Sprachen. Ihre ersten Schreibversuche unternahm sie bei „Studentenfutter“. Sie will ihren Blick für das weniger Offensichtliche schärfen und beschäftigte sich deshalb unter anderem mit der Frage, wie Sprache – zum Beispiel in Medien und Politik – Rassismus schaffen kann.