Fledermäuse können Lärm kompensieren

Die Kleine Lanzennase (Phyllostomus discolor) passt ihre Echoortungslaute an Umbebungslärm an.
Die Kleine Lanzennase (Phyllostomus discolor) passt ihre Echoortungslaute dem Geräuschpegel ihrer Umgebung an. Bild: Pietro d’Amelio, IWD

Wie finden sich Fledermäuse in einer lauten Welt zurecht? Ein Wissenschaftler-Team vom Max-Planck-Institut für Ornithologie Seewiesen und der Ludwig-Maximilians-Universität München ist dieser Frage nachgegangen. Fledermäuse nehmen ihre Umgebung mittels Echoortung wahr. Dazu entsenden sie Ultraschalllaute, aus deren Echo sie die Beschaffenheit ihrer Umgebung ableiten können. Demzufolge kann Lärm die Tiere in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigen.

Das wissenschaftliche Team unter der Leitung von Lutz Wiegrebe testete dabei das Verhalten der Kleinen Lanzennase unter Lärmbedingungen in drei Frequenzbereichen. Dabei stellten sie fest, dass die Tiere verschiedene Methoden zur Kompensation von Lärm entwickeln: Entweder erhöhen sie selbst die Lautstärke ihrer Signale, um sich dem Lärm anzupassen. Oder sie bilden Lautgruppen, in denen mehrmals hintereinander dasselbe Signal gesendet wird. Sowohl durch das laute als auch das mehrmalige Senden von Lauten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein verwertbares Echo zurückkommt.

Zu welcher Methode die Fledermäuse greifen und wie intensiv sie das tun, ist jedoch höchst individuell. Holger Goerlitz, Forschungsleiter in Seewiesen, sagt: „Wir fanden bei gleichen Lärmbedingungen Unterschiede in der Signallautstärke zwischen den Individuen von knapp zwei bis acht Dezibel. Ebenso deutlich variierte die Veränderung der Rufdauer.“ Beiden Strategien gemein ist jedoch, dass sie die Erkennbarkeit der Signale und damit die Signalwahrnehmung in Umgebungslärm unterstützen.