Stress macht sich bei Eichhörnchen im Mund bemerkbar

Bild: public domain Sven-Christoph Petersen / Wikimedia Commons
Putzig anzuschauen und ein beliebtes Versuchstier in der Stressforschung: das Eichhörnchen. Bild: Public Domain Sven-Christoph Petersen / Wikimedia Commons

Stress verändert die Bakterien, die im Mund von Eichhörnchen leben und macht die Nussliebhaber auf diese Weise krank. So fanden Forscher im Speichel gestresster Eichhörnchen, mehr Krankheitserreger und eine geringe Bakterienvielfalt als bei ihren gesunden Artgenossen. Da Säugetiere generell sehr ähnlich auf Stress reagieren, könnte es diesen Zusammenhang auch bei uns Menschen geben.

Das zumindest meinen die Forscher um Mason Stothart von der University of Guelph in Kanada. Die Eichhörnchen, mit denen die Wissenschaftler arbeiteten, lebten hauptsächlich im Algonquin Park in Ontario. Erst entnahmen die Forscher Kot- und Speichelproben und markierten sie. Danach ließen sie sie wieder frei. Nach zwei Wochen fingen und testeten sie die Tiere erneut. Der Stresshormonspiegel in den Kotproben gab dabei Aufschluss darüber, wie belastet die Tiere waren. Über die im Speichel enthaltene Bakterien-DNA konnten die Wissenschaftler außerdem feststellen, welche Mikroben im Mund der Tiere vorkamen.

“Je größer der Stress war, den die Eichhörnchen hatten, desto geringer war die bakterielle Vielfalt in ihrem Mund, was ein Indikator für eine schlechte Gesundheit sein kann”, berichtet Stothart. Das galt auch für Tiere, deren Stresshormonspiegel erst beim zweiten Fang erhöht war. Schuld daran ist die Reaktion des Immunsystems auf Belastung. So werden als Antwort auf Stresshormone vermehrt Fresszellen und Botenstoffe ausgeschüttet, die antibakteriell wirken und den Körper eigentlich vor Erregern schützen sollen. Leider wird dadurch aber auch die harmlose und schützende Mikroflora im Speichel angegriffen.

Miriam Plappert

Miriam Plappert studiert Biologie. Für ihre Bachelorarbeit trainierte sie schwach elektrische Fische und erforschte, welche elektrischen Frequenzen sie wahrnehmen können. Bei Studentenfutter nutzte sie die Gelegenheit, mal andere Themen zu futtern, und beschäftigte sich ausführlich mit der Satire.