Gesundes Mittelalter

Bild: CC-BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en) AquilaGib / Wikimedia Commons (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Neanderthal_skull_from_Forbes%27_Quarry.jpg)

Menschen im Mittelalter waren gesünder als bisher angenommen. Dies hat eine neue bioarchäologische Studie ergeben, die die Entwicklung des Gesundheitsniveaus der Menschheit in den letzten 2000 Jahren untersucht. Ein internationales Forscherteam, mit Beteiligung der Uni Tübingen, hat die Daten von 15.000 Skeletten aus mehr als 100 Regionen Europas ausgewertet. Alle Skelette stammen dabei aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert n. Chr. bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Untersucht wurden dabei Zähne und Körpergröße. Doch auch die Qualität der Ernährung, die Arbeitsbelastung sowie die Todesumstände wurden mit einbezogen. Schlussendlich erfolgte dann eine Einordnung in die klimatischen und sozioökonomischen Gegebenheiten.

Im frühen Mittelalter (ca. 500 – 1000 n. Chr.) waren die Menschen gesünder als in den folgenden Jahrhunderten. Man kann den Gesundheitsgrad sogar mit der Zeit der Industrialisierung vergleichen. Zwischen dem Frühmittelalter bis hin zum Zeitalter Industrialisierung nahm die Gesundheit in der Bevölkerung jedoch konstant ab. Dies ist unter anderem auf Faktoren wie die wachsende Bevölkerung, steigende soziale Ungleichheit sowie harsche Klimabedingungen zurückzuführen. Die neu gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, den Einfluss der ökonomischen, klimatischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf die menschliche Gesundheit im Lauf der Geschichte besser zu verstehen.