Viren verantwortlich für berauschende Wirkung von Cannabis

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Das Cannabis Genom wurde entschlüsselt. Kanadische Forscher um Prof. Tim Hugh fanden dabei eine Erklärung für die unterschiedlichen Wirkungsmechanismen der Pflanze, die mit Viren zusammenhängt. Die Forscher publizierten ihre Ergebnisse im Fachjournal Genome Research.

Cannabis ist gleichermaßen als Rausch- und als Arzneimittel bekannt, was biochemisch bereits als verstanden galt: Während das Rauschmittel Marihuana durch die psychoaktive Eigenschaft von Tetrahydrocannabinol (THC) gekennzeichnet ist, beruht der Medizinhanf auf der Wirkung von Cannabidiol (CBD), das entkrampfend und entzündungshemmend wirkt. Ausgangspunkt für die unterschiedlichen Wirkungsmechanismen ist die Verdopplung eines Gens. Hughs Team zeigte jetzt, dass die Pflanze vor Millionen von Jahren von Viren besiedelt wurde. Auf diese Weise wurde zusätzlich fremdes genetisches Material in das Erbgut der Pflanze eingebaut und bewirkte so eine Neuverschlüsselung des duplizierten Gens. Es entwickelten sich zwei unterschiedliche Gene, von denen eines THC produziert und das andere CBD.

Diese Erkenntnis könnte die Züchtung von Medizinhanf gezielter vorantreiben, denn bislang konnte das berauschende THC in Arzneimitteln nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Der ermittelte genetische Code enthüllt somit nicht allein die evolutionäre Vergangenheit des Hanfgewächses, sondern könnte laut den Forschern auch wegweisend für neue medizinische Anwendungen sein.

Pauline Jeckel

Pauline Jeckel promoviert in der Fachrichtung molekulare Neurobiologie. Wissenschaftliche Inhalte für eine breite Masse verständlich zu machen hat ihr schon immer Spaß gemacht. Um nun über den Tellerrand des Laboralltags hinauszublicken hat sie bei Studentenfutter kurzerhand ihr Fachwissen mit dem Journalismus verknüpft.