Abstraktes Denken schon bei Neandertalern vorhanden

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Die kognitive Entwicklung der Neandertaler war weiter entwickelt als bisher gedacht wie eine im Februar diesen Jahres in der Science veröffentlichte Studie des Max-Planck Instituts Leipzig beweist. Das internationale Forscherteam unter der Leitung von Dirk Hoffmann war in der Lage, anhand neuer Forschungsmethoden das genaue Alter von Höhlenmalereien zu bestimmen, was bisher nicht möglich war. So sollen Neandertaler und nicht, wie bisher angenommen, der moderne Mensch verantwortlich für die ersten Höhlenmalereien gewesen sein.

Da der Wert der Malereien mehr symbolische als praktische Verwendung hat, weist dieser Aspekt auf menschliches Denkens hin, wie wir es auch heute kennen. Funde auf der iberischen Halbinsel weisen zudem das abstrakte Denken der Neandertaler nach, da für die Malereien eine genaue Planung der Lichtverhältnisse, der Farbpigmente und des genauen Standorts notwendig waren. Auf kognitiver Ebene also war der Neandertaler nicht weit vom modernen Menschen entfernt. Die Erkenntnisse bedeuten für zukünftige Forschung, dass Sprachursprünge und die Entwicklung des menschlichen Wahrnehmungs- und Denkvermögens im gemeinsamen Vorfahren der Neandertaler und des modernen Menschen gesucht werden müssen.