Was Nilschlamm über Migration erzählt

https://pixabay.com/de/nil-%C3%A4gypten-segelboot-dau-feluke-378495/

Im ägyptischen Nildelta haben Forscher des Deutschen Archäologischen Instituts Reste von 6000 Jahre altem Alltagsgeschirr und Aufbewahrungsgefäßen gefunden. Eine Überraschung, denn diese Funde in der Grabungsstelle in Buto/Tell el-Fara’in belegen die Präsenz fremdländischer Töpfer im nordwestlichen Nildelta. In den Siedlungsschichten um 4000 v. Chr. fanden die Archäologen von Hand geformte Gefäße, die auch in anderen ägyptischen Siedlungen aus dieser Zeit nachgewiesen werden können. Zudem fanden sie Schalen mit weißer Streifenbemalung, die auf einem drehbaren Untersatz hergestellt sein müssen. Ähnliche Schalen waren bisher nur aus der Levante bekannt, aus Fundorten im Süden Israels und Palästinas. Dass die alten Ägypter diese importierten, ist ausgeschlossen. Denn die in Buto gefundenen Schalen wurden einst aus lokalem Nilschlamm hergestellt. Die Archäologen nehmen an, dass die die Gefäße von levantinischen Töpfern stammen, die in Buto gelebt und gearbeitet haben – wie lange, ist noch unklar. Unterstützt wird die Hypothese durch Befunde über ein Verlassen vieler Siedlungen im levantinischen Raum Anfang des 4. Jahrtausends v. Chr. Mitarbeiter des Instituts analysieren die Befunde nun genau, um besser zu verstehen, wie sich die unterägyptische Kultur in der Frühzeit herausgebildet und interkulturell vernetzt hat.

Diana Fiedler

Vom Schreiben war Diana Fiedler schon immer begeistert. Zuerst hat sie für eine Schülerzeitung und nach dem Abitur für ein Stadtmagazin geschrieben, jetzt konnte sie erste Einblicke in den Wissenschaftsjournalismus bekommen. Sie studiert Geographie und ist seit kurzem bei Treffen der Initiative “Bunte Wiese“ der Uni Tübingen dabei, die sich für mehr Artenvielfalt auf öffentlichen Grünflächen einsetzt.